Bioland-Hof Bischof



Schon in zweiter Generation Öko-Betrieb

Wir sind ein Familienbetrieb und betreiben Ackerbau und Milchviehhaltung.
Betriebsleiterehepaar mit Sohn vor Gewächshaus

Der Markt Pfaffenhofen, wo auch unser Anwesen liegt, erstreckt sich im Rothtal, einem ebenen, breiten Tal, das einst die Ur-Iller schuf. In dieser dicht besiedelten, doch sehr schönen Gegend betreibe ich, Michael Bischof, zusammen mit meiner Frau Ingrid Ackerbau und Milchviehhaltung. Den Hof habe ich 2005 von meinen Eltern übernommen.

Unser Bauernhaus ist sehr alt. Auch wenn es keine historischen Aufzeichnungen gibt, so wissen wir doch, dass hier bis 1939 die Dorfkäserei betrieben wurde. Die Geschichte meiner Familie reicht weit hinter dieses Datum zurück: Seit mindestens sechs Generationen leben wir am Hof. Auch ein Öko-Betrieb sind wir schon in zweiter Generation! Vielleicht setzt einer unserer Söhne diese Tradition einmal fort, aber noch denken Korbinian und Rupert eher ans Spielen und Toben.

Als Öko-Betrieb achten wir auf artgerechte Tierhaltung und die umweltfreundliche Bewirtschaftung unseres Hofes. Wir produzieren Bio-Milch und erzeugen Gemüse und Getreide, wovon wir einiges ab Hof vermarkten. Mit Roggen, Dinkel und Weizen nehmen wir am "VonHier"-Programm der Feneberg Lebensmittel GmbH teil.

So ganz in Vaters Fußstapfen

Wie führen viele bewährte Traditionen weiter, zum Beispiel den Verkauf unserer Bio-Erzeugnisse im Hofladen.
Hinweisschild zum Hofladen

Mein Vater, Hermann Bischof, hat schon 1967 auf die ökologische Landwirtschaft umgestellt: vom Turbo- zum Öko-Betrieb. Grund war einerseits, dass meine Mutter gesundheitliche Probleme hatte – es war die Zeit nach der Geburt des achten von uns 14 Geschwistern. Sie sollte sich auf ärztlichen Rat hin nur noch mit biologisch erzeugten Lebensmitteln ernähren.

Andererseits beobachtete mein Vater mit Sorge, wie künstliche Düngung und Pflanzenschutz der Natur schaden. Einmal, nach einem Regenguss, nahm er erschrocken wahr, dass die Regenwürmer den frisch gedüngten Boden verließen und an der Oberfläche starben.

Das machte ihn sehr nachdenklich, und er begann, Kontakte in die Öko-Szene, unter anderem zu dem Wegbereiter von Bioland Dr. Hans Müller, zu knüpfen und Kurse zum ökologischen Landbau zu besuchen. Nach der Betriebsumstellung begann mein Vater mühsam, sich einen Kundenstamm aufzubauen. Durch ganz Süddeutschland und bis Miesbach war er unterwegs, um Bäcker zu finden, die sein Bio-Getreide verarbeiten wollten.

Zu Beginn der 1970er-Jahre startete er die Ab-Hof-Vermarktung, die wir auch heute noch von unserem 2006 gebauten Hofladen aus betreiben. Ab 1976 verkaufte er seine Erzeugnisse auf dem Illertissener Wochenmarkt, was wir ebenfalls fortsetzen und um einen Stand auf dem Wochenmarkt in Senden ergänzt haben. Zudem begann mein Vater mit Hofführungen, um Kunden und Kollegen die ökologische Landwirtschaft zu zeigen. Auch das ist eine Tradition, die wir fortsetzen.

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Landwirtschaft auf vielen Säulen

Seit 1972 ist unser Betrieb Mitglied im Bioland-Verband. Prägten damals schon Ackerbau und Milchviehhaltung den Hof, so hat sich daran nicht viel geändert. Nur ist alles größer. Auf unseren 60 Hektar Land bauen wir Getreide und Gemüse an. 21 Hektar sind Gründland, wovon wir das Futter für unsere Tiere gewinnen. Die Tiere liefern uns nicht nur Milch, sondern auch Gülle und Mist, womit wir wiederum die Äcker düngen.

Auf den Ackerflächen bauen wir Kartoffeln, Karotten, rote Bete und Kohl, Sellerie und verschiedene Sorten Getreide an. Das Vollkorngetreide, was wir ab Hof verkaufen, kommt gut bei unseren Kunden an: Jährlich gehen vier bis sieben Tonnen in Fünf- bis 25-Kilo-Säcken über unsere Ladentheke. Daneben liefern wir seit 2003 im Jahr rund 20 Tonnen Weizen, fünf Tonnen Roggen und zehn Tonnen Dinkel an die Firma Feneberg. Außerdem haben wir zwei Gewächshäuser, in denen wir Tomaten, verschiedene Gurkensorten, Auberginen, Paprika und Kräuter anbauen.

Zwar arbeiten meine Frau und ich ganztags am Hof, doch sind wir froh, dass meine Mutter Theresia, meine Schwiegereltern und öfter auch meine Geschwister, die hier in der Nähe leben, mithelfen. Außerdem beschäftigen wir sieben Minijob-Angestellte.

Mit diesem Messgerät ermitteln wir kurz vor der Getreideernte den Feuchtigkeitsgehalt der Körner.
Feldlabor: Untersuchung der Getreidekörner
Die Körner werden von Hand ausgerieben und kommen dann zwischen die Mühlscheiben, danach auf die Mess-Schale.
Feldlabor: Körner werden in der Handfläche zerrieben
Zeigt der Apparat einen Feuchtigkeitsgehalt von zwölf bis 13 Prozent an, können wir mit der Ernte beginnen.
Feldlabor: Ausgeriebene Körner werden auf Mess-Schale gestreut

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Die Kraft des Bodens optimal nutzen

Mit einer sinnvoll abgestimmten Fruchtfolge halten wir unsere Böden fruchtbar.
Betriebsleiter im Kleegrasbestand

Besonders wichtig ist im Öko-Landbau die Fruchtfolge auf den Äckern, denn über sie lässt sich die Bodenfruchtbarkeit steuern. Wir beginnen mit Kleegras, das drei Jahre auf der jeweiligen Fläche – rund einem Drittel unserer Gesamtackerfläche – bleibt. So kommt der für die Pflanzen nahrhafte Stickstoff in den Boden, während das Unkraut unterdrückt wird. Die Mahd nutzen wir zum Füttern.

Auf das Kleegras folgt Backweizen, dann Mais und später Erbsen. Darauf pflanzen wir Kartoffeln, Gemüse und Hafer. Den Abschluss bilden Futtergetreide oder Roggen und Dinkel – eine sehr alte Sorte: das Oberkulmbacher Rotkorn. Danach säen wir wieder Kleegras aus, und der Boden kann sich erneut für drei Jahre regenerieren.

Die einzige Fläche, die wir nicht landwirtschaftlich bewirtschaften, ist unsere Streuobstwiese. Hier wachsen auf breitem Raum hochstämmige Obstbäume und bieten vielen, auch seltenen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum.

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Öko-Garantie auf unsere Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Bioland-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BY-006-42068-AD geführt wird.

Weitere Informationen:

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Wir bauen im Einklang mit der Natur

Mit dem Öko-Landbau tragen wir zu einer vielfältigen Kulturlandschaft bei.
Landschaft mit Getreidefeld und Baum

Auf der langen Geschichte unseres Hofes können wir uns keinesfalls ausruhen. Im Gegenteil: Vieles gilt es in den nächsten Jahren zu verändern. Ein erster Schritt ist zum Beispiel unser Stallneubau. Er soll gewährleisten, dass die Kühe ganzjährig Auslauf haben. Er besteht aus einer Liegehalle zum Schlafen, einem überdachten Futtertisch und einem langen, nach oben offenem Gang, der beides miteinander verbindet. Seine Besonderheit ist ein Gründachaufbau, womit wir die versiegelte Fläche wieder für die Natur öffnen und zugleich das Stallklima positiv beeinflussen. Außerdem wollten wir unbedingt landschaftsgemäß bauen und haben es tatsächlich geschafft, dass der Stall sich optisch sehr schön in die Ebene unseres Tales eingliedert. Wenn wir die anderen Hofgebäude sanieren, verfolgen wir weiterhin dieses Anliegen.

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