Floschenhof



Traditionsreicher Floschenhof

Wir haben den Floschenhof im Jahr 1999 auf ökologische Landwirtschaft umgestellt.
Betriebsleiterehepaar vor der Schweineweide

Unser Hof in Diesenbach liegt abseits von Trubel und Lärm, eingebettet in die weiten, grünen, sanft hügeligen Wiesen des Oberallgäus und der Gemeinde Altusried. Die Hofstelle existiert seit 1914: Mein Urgroßvater hat sie einst aufgebaut und an die Nachfahren weitergegeben. 1980 haben meine Frau Maria und ich, Franz Wirth, den Hof von meinem Vater übernommen.

Damals gab es hier 15 Milchkühe. Doch weil es finanziell zu wenig eingebracht hat, suchte ich nach neuen Wegen in der Landwirtschaft und habe mich zugleich in meinem Beruf als Schreiner selbstständig gemacht. Parallel zum Aufbau der Schreinerei stellte ich 1999 den Betrieb auf ökologische Landwirtschaft um – und verlagerte den Schwerpunkt von der Rinder- auf die Putenhaltung.

Vom Hobby zum Profi

Als gelernter Schreiner betreibe ich, Franz Wirth, neben der Landwirtschaft noch eine eigene Schreinerei.
Betriebsleiter in Schreinerwerkstatt

Meine Frau Maria hat sich in dieser Zeit beruflich neu orientiert und sogar entschieden, ihre alte Arbeitsstelle aufzugeben und dafür ganz am Hof einzusteigen. Als gelernte Landwirtin fällte sie diese Entscheidung gern, auch wenn damit für uns ein wirtschaftliches Risiko verbunden war.

Wir gaben also das Melken auf und starteten 2003 mit der Aufzucht von Öko-Puten. Diese Leidenschaft ist aus einem Hobby gewachsen: Wir hatten schon immer rund ein Dutzend Puten am Hof. Mit der Zeit sind wir in die Thematik hineingewachsen, haben zahlreiche Kurse und Seminare absolviert, Betriebe besucht und peu à peu immer mehr Tiere verkauft. Parallel zur Putenmast hatten wir auch weiterhin stets einige Rinder auf dem Hof – in erster Linie, um unsere Felder weiter bewirtschaften zu können. Heute leben sieben Mutterkühe mit ihren Kälbern und einem Stier bei uns.

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Herausforderung Putenmast

Puten sind sehr empfindliche Tiere. Vor allem in den ersten Wochen: Wenn sie frisch geschlüpft und noch neu am Hof sind, müssen wir auf jedes noch so kleine Warnsignal achten und frühzeitig reagieren. Das ist wichtig, weil wir als Öko-Landwirte weder Antibiotika noch chemische Zusätze verwenden wollen.

Unsere Puten erhalten nur Gras und ökologisch erzeugtes Fertigfutter. Aber davon bekommen sie eine ganze Menge, denn weil sie viel Auslauf haben und Tag und Nacht draußen sind, bewegen sie sich auch viel und haben ordentlich Hunger. Im Gegensatz zu ihren konventionell gehaltenen Artgenossen schlachten wir sie erst im Altern von 20 Wochen, nicht schon nach der 16. Woche. So kann das Fleisch seinen feinen Geschmack und die typisch zarte Faserung entwickeln.

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Wir halten unsere Tiere artgerecht

Unsere Tiere haben ausreichend Platz und Auslauf ins Freie.
Gänse

Wir arbeiten ökologisch, weil wir hohe Qualität erzeugen wollen. Außerdem entspricht es unserer tiefen Überzeugung, so schonend wie möglich mit der Umwelt umzugehen. Wir lieben Tiere und wissen, wie wichtig es ist, sie gut zu behandeln. Außerdem sind wir überzeugt, dass es weder künstliche Dünger noch sonstige chemisch-synthetischen Hilfsmittel braucht, um unsere Flächen optimal zu bewirtschaften.

So ziehen wir jährlich rund 12.000 Puten auf und schlachten einen Teil davon selbst. Anfangs lief der Verkauf vor allem über die Direktvermarktung und unseren kleinen Hofladen. Doch längst hat sich der Kreis unserer Abnehmer erweitert. Genauso gefragt sind unsere Gänse und Baby-Puten, vor allem zur Weihnachtszeit.

Ein weiteres Standbein unseres Betriebs ist die Mutterkuhhaltung. Das bedeutet, dass die Kälber nach der Geburt bei ihren Müttern bleiben – so lange, bis im Jahr darauf das nächste Kalb geboren wird. Unsere Rinder sind von Mai bis September oder Oktober durchgehend draußen auf der Weide, bekommen also nur Gras zu fressen. Im Winter kommen sie in einen Stall mit Auslauf und werden mit Heu und Silage gefüttert. Kraftfutter gibt es nicht. Das ist nicht nur artgerecht, sondern kommt letztlich auch dem Verbraucher zugute. Das Fleisch eines Tieres, das langsam wachsen darf und naturnah gehalten wird, ist qualitativ einfach besser.

Die anfallende Arbeit können wir gut bewältigen, und durch die Unterstützung unseres Hofhelfers kann ich weiterhin im Hauptberuf meine Schreinerei betreiben.

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Beliebt bei Besuchergruppen

Insgesamt bewirtschaften wir 18 Hektar Grünland. Dazu gehört noch eine Handvoll Obstbäume, in deren Schatten unsere Tiere gern dösen. Überhaupt zeigt sich der Hof sehr vielseitig und bietet jedem Besucher etwas zum Schauen und Staunen. Neben unseren Nutztieren tummelt sich hier eine Vielzahl an Haustieren. Zum Streichelzoo gehören Zwergziegen, Alpakas, Nandus, Emus, Lamas, Hasen, zwei Hunde und einige Katzen. Sie stehen vor allem dann im Rampenlicht, wenn Schulklassen oder Ferienlagergruppen zu Besuch kommen, um sich den Betrieb anzusehen.

Nicht zuletzt verfügt unser Floschenhof über eine biologische Kläranlage und nutzt die Sonnenstrahlen zur Energie- und Warmwassergewinnung. So tragen wir zur umweltfreundlichen Energie-Gewinnung bei und sind für die Reinheit unseres Wassers selbst verantwortlich.

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Kontrollen schaffen Transparenz und Vertrauen

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Naturland Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Naturland Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BY-003-08480-ABD geführt wird.

Weitere Informationen:

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