Bioland-Hof Strobl



Willkommen im Grenzgebiet!

Mit dem ökologischen Landbau haben wir unseren Weg gefunden, mit der Natur im Einklang zu arbeiten.
Betriebsleiter vor Rinderherde

Unser Hof liegt in Rehling, einer Gemeinde im schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg. Kulturell zählen wir zu Oberbayern, doch politisch gehören wir zu Schwaben – was natürlich immer für Gesprächsstoff sorgt. Die Grenze stellt der Lech dar, doch die Landschaft ist hüben wie drüben gleich: sanfte Hügel, klein strukturierte Äcker, einzelne Wälder und Baumgruppen.

Hier betreibe ich, Georg Strobl, zusammen mit meiner Frau Elfriede einen ökologischen Bauernhof. Wir achten auf artgerechte Tierhaltung und die umweltfreundliche Bewirtschaftung unserer Flächen. Neben der Schweinemast halten wir Rinder und bauen Getreide an.

Den Hof habe ich Anfang der 1990er-Jahre von meinem Vater übernommen. Es war damals ein klassischer, konventionell arbeitender Gemischtbetrieb mit Milchviehhaltung und Ackerbau. So habe ich ihn zunächst weitergeführt und um die Schweinemast ergänzt. Doch nur ein knappes Jahrzehnt später entschlossen Elfriede und ich uns für die Umstellung auf Öko-Landwirtschaft.

Unser Hof ist mit Tierhaltung und Ackerbau vielseitig ausgerichtet.
Betriebsleiter auf Traktor
Beim Nachwuchs ist das Interesse für die Öko-Landwirtschaft schon geweckt.
Betriebsleiter mit Kindern im Traktor
Auf unserer Obstwiese wachsen viele heimische Obstsorten, zum Beispiel Birnen.
Mädchen am Birnenbaum

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Wir wollen mit der Natur arbeiten

Das Futter für unsere Tiere stammt zum größten Teil von unseren eigenen Äckern.
Betriebsleiter mit Kindern beim Sensen

Ein Hauptgrund für die Umstellung waren unsere Kinder: Man sieht die Welt einfach mit anderen Augen, wenn man Verantwortung für so kleine Wesen übernimmt. Durch sie haben wir auch begonnen, uns mit Homöopathie auseinanderzusetzen. Dadurch haben wir viel über ganzheitliches Heilen gelernt. So merkten wir, dass man auch die Tiere anders halten sollte: Nur Medizin geben reicht nicht, wenn sie Stress spüren und Krankheiten haben, weil sie beispielsweise auf zu engem Raum stehen.

Ohnehin hatten wir in dieser Zeit begonnen, die konventionelle Landwirtschaft zu hinterfragen: Bei all dem "immer schneller und immer größer" haben wir kein Land mehr gesehen. Wohin sollte sich unser Betrieb noch entwickeln? Statt gegen die Natur wollten wir lieber mit ihr arbeiten. Deshalb haben wir uns dann zwei Jahre mit der ökologischen Landwirtschaft beschäftigt, besuchten Öko-Bauern und Fortbildungen und haben gesehen: Das funktioniert. Seit 2001 sind wir Mitglied im Bioland-Verband.

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Mit einer Dusche für die Schweine

Die Schweine haben bei uns viel Platz und Möglichkeiten, ihre arteigenen Verhaltensweisen auszuleben.
Betriebsleiter vor Schweinen

Wir haben stets um die 300 Schweine am Hof. Die Ferkel hole ich immer selbst ab: Sie kommen von Martin Freibergers Öko-Betrieb in Moosburg an der Isar. Den Stall haben wir immer wieder umgebaut mit den Erfahrungen, die wir gesammelt haben, so dass sich die Tiere rundum wohlfühlen. Auch gibt es eine große Auslauffläche im Freien. Sie besteht aus Holzbrettern und viel Stroh, damit die Schweine wühlen, buddeln oder sich vergraben können.

Ebenso haben sie Platz, um sich zu suhlen. Im Sommer gibt es sogar eine Dusche, die die Tiere an heißen Tagen gern nutzen, um sich abzukühlen. Schweine können nicht schwitzen, deshalb ist es so wichtig, ihnen verschiedene Klimaräume anzubieten; sie brauchen sowohl Wärme als auch kühlere Bereiche. Ihr Futter produzieren wir fast komplett selbst: Kleegras, Weizen, Gerste und Hafer. Nur das Ergänzungsfutter, das kaufen wir von einem Großhändler für ökologische Tiernahrung zu.

Unsere im Schnitt 22 Angusrinder kaufen wir als Kälber. Sie bleiben von Frühjahr bis Herbstende bei uns und verbringen die Zeit draußen im Freien. Dabei sind sie voll in den Ackerbau integriert.

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Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Bioland-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BY-006-42536-AD geführt wird.

Weitere Informationen:

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Eine etwas andere Hofstelle

Wir bauen Leindotter an, eine fast vergessene Kulturpflanze, aus deren Samen hochwertiges Speiseöl gewonnen wird.
Betriebsleiter mit Leindotter

Insgesamt bewirtschaften Elfriede und ich 60 Hektar Fläche. Diese wiederum teilt sich auf zwei Betriebe auf: ihren und meinen. Aufgrund der Ortslage ist alles ein wenig zerstückelt, ein Betrieb hier, der andere dort. Früher gehörte noch ein Gasthof dazu, doch den betreibt heute mein Bruder. Der Stall steht auf freier Flur und unser Wohnhaus wiederum liegt abseits davon.

Doch während wir mit dieser Hofstruktur wohl ein Einzelbeispiel sind, praktizieren wir die Fruchtfolge, wie es viele Kollegen machen: Wir beginnen mit Kleegras, das Stickstoff in den Boden bringt und dessen Struktur verbessert, gehen dann zu Weizen über, es folgt Gerste und darauf ein Zwischenfruchtgemenge, also Pflanzen, die wir nicht ernten, sondern in den Boden einpflügen, so dass sie dessen Erholung fördern. Dieser sogenannte Mischfruchtanbau hat sich für uns so bewährt, dass wir auch einem gleichnamigen Verein beigetreten sind. Am Ende folgen Hafer und Leindotter, dann das Getreide Triticale, bevor der Turnus erneut mit Kleegras startet.

Was wir sehr schätzen, ist der Zusammenhalt der Kollegen in der Gemeinde: Wir nutzen die Maschinen gemeinsam, egal ob Öko- oder konventioneller Landwirt.

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Kleine Berühmtheiten als Haustier

Unseren Kindern gefällt das Leben auf dem Bauernhof.
Kind füllt Futtereimer mit Getreide

Zum Hof gehören noch eineinhalb Hektar Wald, dessen Holz wir zum Heizen nehmen. Mit einer Fotovoltaikanlage gewinnen wir Strom zum Einspeisen ins Netz. Viele alte Obstbäume runden das Bild unseres Anwesens ab.

Wir haben auch einige Haustiere: Hasen, Hunde und zwei Wollschweine. Diese, auch Mangalitza genannte Rasse, ist vom Aussterben bedroht. Eigentlich haben wir sie zum Mästen gekauft, denn ihr Fleisch ist von hoher Qualität. Doch inzwischen hat die ganze Familie sie so lieb gewonnen, dass sie Narrenfreiheit haben. Die beiden sind am ganzen Ort bekannt, weil sie überall unterwegs sind...

Unsere beiden Kinder gehen noch zur Schule, aber schon jetzt interessieren sie sich sehr für das Geschehen am Hof. Meine Frau arbeitet mit hier, bis auf zwei Tage die Woche, in denen sie als Sachbearbeiterin in einem Verlag tätig ist. Neben der Landwirtschaft engagiere ich mich als Ortsobmann vom Bauernverband.

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