Naturland Hof Happel



Umstellung auf Öko-Landwirtschaft als Familiensache

Unser Hof in Hessen liegt zwischen Marburg und Gießen.
Hofstelle

Wir, die Familie Happel, sind im Lahntal südlich der Universitätsstadt Marburg zu Hause. Bis in das Hinterland in Richtung des Rothaargebirges bauen wir in der charakteristischen sanften Hügellandschaft des Lahntals Speisegetreide sowie Raps, Mais und verschiedene Hülsenfrüchte an.

Ich bin Matthias Happel und der Betriebsleiter auf unserem Hof. Gemeinsam mit meinem Mitarbeiter Georg Häbel bewirtschafte ich 78 Hektar Ackerland und zwei Hektar Grünland im Zuerwerb. Seit 2002 wirtschafte ich nach den Richtlinien, die der Naturland Verband vorschreibt. Den Anstoß für die Umstellung des Hofes gab meine Familie. Mein Bruder, der seinen Betrieb zwei Jahre zuvor umgestellt hatte, überzeugte mich von der ökologischen Wirtschaftsweise, und meine Frau Eloisa und unsere Kinder bestärkten mich in der Entscheidung, es ihm nachzutun.

Und "es" - Landwirtschaft ohne chemisch- synthetische Pflanzenschutzmittel - funktioniert tatsächlich, dachte ich damals - und weiß ich heute. Ich bin froh, nicht mehr in Abhängigkeit der Agrarindustrie zu stehen. Die Veränderung der Fruchtfolge und andere ackerbaulichen Maßnahmen führten auf unseren mittleren und guten Standorten zu einer Stärkung der natürlichen Bodenfruchtbarkeit.

Von sandigem Lehm in den Auen bis hin zu lehmigem Ton finden sich bei uns alle Bodenarten.
Betriebsleiter mit Spaten auf Acker
Dass auch unsere drei Kinder hinter dem ökologischen Landbau stehen, ist mir wichtig.
Junge auf Schlepper
Wir bauen Leguminosen an, die dafür sorgen, dass sich im Boden Nährstoffe ansammeln.
Betriebsleiter neben Naturland Schild

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Kleine Helfer auf dem Öko-Acker

Leguminosen binden mithilfe von Bakterien an ihren Wurzeln Nährstoffe aus der Luft.
Betriebsleiter mit Leguminosen

Bei der Bewertung der Bodenfruchtbarkeit spielen Bodenart, Bodenentwicklung und Ausgangsgestein der Böden eine Rolle. Außerdem beeinflussen Geländeform und Klima das Wasserhaltevermögen, die Durchwurzelung und ähnliche, letztlich ertragsbestimmende Faktoren. Die Bodenwertzahl berücksichtigt diese Faktoren; sie liegt bei unseren Flächen bei 25 bis 65 von 100 Bodenpunkten.

Unsere hohen Getreidequalitäten erzielen wir durch eine sinnvolle Fruchtfolge und Bodenbearbeitung. Die Fruchtfolge beschreibt die Reihenfolge der Nutzpflanzenarten, die im Ablauf der Vegetationsperiode und der Jahre angebaut werden. Eine vielseitige Fruchtfolge ist wichtig für die Bodengesundheit und –fruchtbarkeit. Deswegen bauen wir je Bodengüte und Marktlage Kleegras, Erbsengemenge und Ackerbohnen an. Denn bei einem ständigen Wechsel von abtragenden (dem Boden Nährstoffe entziehende) und tragenden (dem Boden Nährstoffe zuführende) Kulturen, in erster Linie Hülsenfrüchten, werden wichtige Nährstoffe an den Boden zurückgeführt, die ihm mit der Ernte der Hauptfrüchte (Getreide, Mais) verloren gehen. Die natürliche Bodenfruchtbarkeit wird so langfristig erhalten und gefördert.

Auch mit der Art der Bodenbearbeitung lässt sich die Standortqualität maßgeblich beeinflussen.
Schlepper mit Bodenbearbeitungsgerät
Die hohe Qualität unseres Getreides überzeugt mich vom Wirtschaften im Einklang mit der Natur.
Betriebsleiter im Getreidelager
Eine Hackschnitzelheizung beheizt unser Wohnhaus und zehn weitere Wohneinheiten.
Hofgebäude und Silos

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Ertrag - ein relativer Begriff

Indem ich ökologisch wirtschafte, nehme ich bewusst in Kauf, nicht den höchstmöglichen Ertrag zu erzielen. Ein im ökologischen Sinne optimaler Flächenertrag berücksichtigt ein tolerierbares Maß an Schädlingen, Krankheiten und Beikrautbefall der bebauten Ackerfläche. Die Pflege und die Pflanzung von Grünstreifen und Hecken spielt im ökologischen Landbau eine besondere Rolle. Sie locken als Rückzugsareale vielerlei Tierarten an, sowohl solche, die für die Kulturen nützlich sind als auch jene, die Schädlinge zum Beispiel durch Fraß beseitigen.

Unsere Zielsetzung ist eine umweltschonende und verbraucherfreundliche Anbauweise. In vielfacher Weise beziehen wir Nachhaltigkeits- und Umweltaspekte in unsere landwirtschaftliche Praxis mit ein. Dazu nutzen wir unser Wissen und unsere Erfahrung rund um den ökologischen Landbau und unterstützen alle günstigen natürlichen Faktoren. Der Einsatz von Gentechnik ist im ökologischen Landbau ebenso verboten wie die Ausbringung von Düngemitteln, die aufgrund ihrer leichten Löslichkeit ausgewaschen werden und das Grundwasser verunreinigen. Unter Beachtung dieser Prinzipien können wir Qualitätsprodukte anbieten, die ohne Einsatz von chemisch- synthetischen Pflanzenschutzmitteln im Einklang mit der Natur erzeugt werden.

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Kontrolliert und bio-zertifiziert

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Naturland Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Naturland Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-HE–003-01702-A geführt wird.

Weitere Informationen:

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