Bioland-Hof Bretzel



Es ist einfach schön hier

Auf unserem Hof helfen alle mit, und wir fühlen uns hier sehr wohl.
Kinder und Hund auf Bank sitzend

Die Landwirtschaft hat mir, Konrad Bretzel, schon immer Freude gemacht. Ich bin am Hof meiner Eltern aufgewachsen und da ich der einzige Bub im Haus war, wusste ich stets, dass ich ihre Arbeit einmal fortsetzen würde. 1994 habe ich den Betrieb übernommen. Mir liegt der Umgang mit den Tieren, und ich bin gern draußen. Es ist einfach schön hier: Wer mich nach meinem Zuhause fragt, dem empfehle ich am liebsten, vorbeizukommen und sich umzusehen.

Wolfaz ist einer von vielen Weilern der Stadt Wangen und wie all die anderen liegt er abseits von Trubel und Lärm inmitten von Weiden, Waldstücken und Obstwiesen. Sanfte Hügel prägen die Landschaft, immer wieder liegt ein Bauernhof dazwischen. Fast alle sind kleinere Betriebe, die wie wir traditionell Milchviehhaltung betreiben. Das heißt, dass vor allem im Sommer überall auf den Weiden Rinder zu sehen sind. Sie genießen die Sonne, dösen kauend vor sich hin, suchen die Wiesen nach den feinsten Kräutern ab und schauen uns Menschen neugierig nach.

Insgesamt bewirtschaften wir 46 Hektar Fläche und halten eine Herde von 35 Milchkühen sowie um die 22 Jungtiere. Die Arbeit stemme ich gemeinsam mit meiner Frau Christine, zusätzlich arbeitet sie halbtags. Unsere vier Kinder gehen noch zur Schule, aber wenn es zeitlich passt, helfen auch sie mit.

So entsteht richtig gute Milch

Von Frühjahr bis in den Herbst hinein halten wir die Kühe auf unserer Weide, wo sie saftiges Gras und Wildkräuter fressen können.
Betriebsleiter auf Rinderweide

Der Öko-Landbau ist etwas, das einfach zu uns und auch zur Gegend passt. Hier ist alles noch klein strukturiert, und das relativ raue Klima sowie die schweren Böden bieten keine Basis für die intensive Landwirtschaft, ebensowenig die vielen Hügel, die mit großen Maschinen nicht zu befahren sind. Deshalb haben wir schon vor Jahrzehnten den Weg der Extensivierung eingeschlagen und wissen, wie gut unsere Wiesen ganz ohne chemisch-synthetische Behandlungsmittel und Dünger gedeihen.

Es gibt sogar immer wieder Untersuchungen, die belegen, wie vielfältig das Bodenleben im Öko-Landbau ist und wie artenreich die Flächen sind. Für unsere Kühe, die von Frühjahr bis Herbst auf den Weiden grasen, bedeutet das eine natürlich ausgewogene und rundum gesunde Kost. Selbst im Winter müssen sie darauf nicht verzichten: Drei- bis viermal im Jahr mähen wir die Wiesen und stellen so Heu (so heißt der erste Schnitt) und Öhmd her (so heißen der zweite und die folgenden Schnitte) sowie Grascops (das ist getrocknetes und zu Pellets gepresstes Gras). Daraus setzt sich dann das Winterfutter für unsere Kühe zusammen.

Zwar bekommen sie in dieser Zeit keinen Weidegang, aber etwas Winterauslauf gibt es schon, damit ihnen die Sonnenstrahlen nicht zu lange fehlen. Zudem sind die Ställe groß und bieten den Tieren genügend Platz, sei es zum Fressen, sei es zum Liegen. All diese Dinge – vom Futter bis zum Freiraum – bewirken, dass unsere Kühe eine richtig gute, nährstoffreiche und gesunde Milch geben.

Auch im Winter gibt's für die Tiere Futter von unseren Wiesen.
Betriebsleiter und Kind füttern Kühe im Stall
Unsere Kühe geben Milch von hoher Qualität, und darauf sind wir stolz.
Frau entnimmt Milch aus Kessel

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Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Bioland-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BW-006-13816-AD geführt wird.

Weitere Informationen:

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Wo viele Arten glücklich leben

Zum Hof gehört auch eine wunderschöne Streuobstwiese, wo leckere Äpfel und Birnen wachsen. Die ungefähr 30 Bäume ziehen wir hochstämmig; sie werden also nicht wie in einer Obstplantage klein gehalten. Dadurch ergeben sich für die Wiese verschiedene Möglichkeiten der Nutzung: zum einen die Obsterzeugung (Obernutzung), zum anderen die Grünlandnutzung (Unternutzung). Das heißt, wir mähen das Gras oder lassen unsere Kühe dort weiden. Chemisch-synthetische Pflanzenbehandlungsmittel sind natürlich auch hier tabu. So konnte sich im Lauf der Jahrzehnte ein artenreiches Biotop entwickeln, in dem die verschiedensten Pflanzen sowie Insekten, Vögel und andere Tiere leben.

Als kleine Besonderheit schätze ich außerdem ein Biotop, das sich auf unserem Gebiet erstreckt: Es handelt sich um einen See, der in Moorflächen gebettet liegt. Nur einmal im Jahr darf ich hier mähen, um die Artenvielfalt dieses Feuchtraumes nicht zu gefährden. Zugleich darf das Mähen auch nicht wegfallen, damit die Flächen nicht verbuschen oder von Bäumen bewachsen werden. Oft kann ich gar keine Maschine nehmen, sondern muss die Gräser von Hand mit der Sense schneiden, weil der Boden zu sumfpig und schwer zugänglich ist. Für diese aufwendige Pflege erhalte ich eine Förderung durch das Land Baden-Württemberg über den Marktentlastungs- und Kulturlandschaftsausgleich (MEKA). Vor allem freue ich mich, dass immer wieder Schulklassen vorbeikommen, um sich diesen Lebensraum anzusehen. Manchmal schaut auch nur der Lehrer vorbei und stöbert, welche Pflanzen und Tiere sich dort so entdecken lassen.

Nicht zuletzt gehört zum Hof noch rund ein Hektar Wald. Wir nutzen sein Holz zum Heizen. Mit einem Blick auf unsere Haustiere – einem Hund, mehrere Katzen und einigen Kaninchen – habe ich jetzt unseren Hof umfassend beschrieben. Wer noch mehr wissen möchte, der soll einfach bei uns vorbeikommen. Wir stehen dann gern Rede und Antwort!

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