Bioland-Hof Geier



Wo Heilige den Hof behüten

Mit den Gemälden an den Fassaden von Haus und Stall strahlt unser Hof ein besonderes Flair aus.
Betriebsleiterin vor Stall mit Wandgemälden

Unser Hof im Allgäuer Oflings, einem kleinen Ort, der zur Stadt Wangen gehört, steht unter einem besonderen Schutz: Meine Eltern haben auf den Wänden von Haus und Stall Gemälde der Heiligen Mutter Gottes und des Sankt Leonhard, dem Patron für Pferd und Vieh, anbringen lassen. Diese Bilder, erstellt von einem befreundeten Kirchenmaler, ehren die Heiligen und geben dem Hof ein eigenes Bild. Und obwohl die Malerei schon einige Jahrzehnte alt ist, geht von ihnen eine zeitlose Gültigkeit und Schönheit aus.

Ansonsten gleicht unser Hof den vielen anderen der Gegend: Eingebettet in das sanfthügelige Grün aus Wiesen und Wäldern steht er für sich allein und passt sich mit seiner traditionellen Bauweise der Landschaft und dem hiesigen Stil an. Hier betreibe ich, Hans-Peter Geier, zusammen mit meiner Frau Sigi Milchviehhaltung nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus. Dieser Weg war mir schon immer vorgezeichnet, denn seit ich klein war, stand fest, dass ich den elterlichen Hof übernehmen würde. Ohnehin träumte ich immer davon, eines Tages Bauer zu sein.

Wie wir zum Öko-Landbau kamen

Ich bin hier auf dem Hof aufgewachsen und habe ihn im Jahr 2000 auf Öko-Landwirtschaft umgestellt.
Betriebsleiter mit Kindern auf Rinderweide

Seit 1995 leite ich den Hof. Anfangs arbeiteten wir noch konventionell, doch je mehr wir über die Zukunft nachdachten, desto klarer wurde uns, dass wir als kleinerer Betrieb unseren Erfolg eher in einer Nische finden würden. Aus diesem Grund informierten wir uns mehr und mehr über die ökologische Landwirtschaft, sprachen mit Nachbarn und besuchten Vorträge. Auch die Nachbarschaft zur Käserei Zurwies, die Bio-Käse herstellt und wohin wir heute unsere Milch liefern, beeinflusste unsere Entscheidung. Im Jahr 2000 traten wir dem Bioland-Verband bei und wirtschaften seither nach dessen Verbandsrichtlinien.

Unsere Herde umfasst 40 Kühe und 30 Jungtiere, die später in die Reihe der Milchkühe nachrücken. Von 48 Hektar Grünland können wir sie ernähren, ohne Futter zukaufen zu müssen. Dieses Prinzip der geschlossenen Kreisläufe – außer der Milch geht nichts vom Hof weg oder kommt von außen hinzu – spielt im Öko-Landbau eine wichtige Rolle. Wir brechen es nur beim Bio-Getreide auf, das wir zur Kräftigung der Tiere zufüttern. Da bei uns kein Getreide wächst, beziehen wir es von einem Öko-Kollegen in der Region. Geschlossener Kreislauf bedeutet auch, dass wir das, was die Tiere ausscheiden, auf unseren Flächen wieder ausbringen: Indem wir Mist und Gülle ausfahren, düngen wir auf natürliche Weise den Boden, ohne das Grundwasser zu gefährden.

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Hier gehen Kühe Kräuter sammeln

Ausreichend Platz und Bewegungsmöglichkeiten haben die Kühe im Sommer auf der Weide und in der kalten Jahreszeit im Laufstall.
Betriebsleiter bei den Rindern auf der Weide

Damit die Rinder sich wohlfühlen, haben wir 2010 einen Laufstall gebaut, in dem sie, wie der Name schon sagt, frei umherlaufen können. Es stehen ihnen dort auch Tiefboxen mit weicher Einstreu zur Verfügung, so dass sie ebenso ruhig und bequem liegen können, wenn ihnen danach ist. Artgerechte Haltung bedeutet für uns aber auch, dass die Tiere die gesamte warme Jahreszeit im Freien auf den Weiden verbringen. Wenn ihnen im Winter nach Bewegung zumute ist, dann nutzen sie den Laufhof, der direkt an den Stall grenzt.

Während die Rinder sich ihr Futter im Sommer aus frischem Gras und Kräutern selbst zusammensuchen, erhalten sie im Winter eine gesunde Mischung, die wir selbst herstellen: Von unseren Wiesen ernten wir Heu (so heißt der erste Schnitt) und Öhmd (so heißen der nächste und die folgenden Schnitte), außerdem stellen wir Grascops her, das ist getrocknetes und zu Pellets gepresstes Gras. Die Halle, wo wir das Futter lagern, haben wir übrigens mit einer Fotovoltaik-Anlage versehen, mit der wir Strom erzeugen, der ins öffentliche Netz gespeist wird. Auch auf der Maschinenhalle fängt eine solche Anlage die Sonnenstrahlen ein.

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Wir wirtschaften garantiert ökologisch

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Bioland-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BW-006-13426-ADgeführt wird.

Weitere Informationen:

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Unser Engagement für Natur und Umwelt

Unser Energiekonzept greift sogar noch ein Stück weiter: Das Haus heizen wir mit Holz aus unserem eigenen rund zwei Hektar großen Wald, im Stall nutzen wir die Energie, die beim Kühlen der Milch anfällt. Per Wärmerückgewinnung erhitzen wir so das Wasser, was wir zum Reinigen der Melkanlage brauchen. Nachhaltig wirtschaften bedeutet für uns aber auch, dass wir gefährdete Landschaften erhalten. So pflegen wir eine rund 500 Meter lange Hecke, die sich am Bach entlang erstreckt - ein Einsatz, der über den Marktentlastungs- und Kulturlandschaftsausgleich MEKA des Landes Baden-Württemberg gefördert wird.

Ebenso kümmern wir uns um eine rund 50 Bäume zählende Streuobstwiese. Hier wachsen Äpfel, Birnen und Ringlotten (Renekloden); alte und neue Sorten, junge und betagte Bäume. Mit der Bewirtschaftung dieser Wiese erhalten wir nicht nur ein artenreiches Stückchen Landschaft, sondern können auch jedes Jahr leckeres Bio-Obst ernten. Ein Teil davon geht an den Handel, den anderen essen wir selbst oder machen Saft daraus. Ein weiterer Flecken Erde, von dem wir gerne etwas ernten, ist unser Hausgarten. Hier zieht Sigi Salate und Gemüse, etwas Obst und Blumen.

Unsere Kinder begegnen den Tieren mit Liebe und Respekt.
Mädchen halten Meerschweinchen im Arm
Sigi kümmert sich um die blühende Pracht rund um den Hof.
Betriebsleiterin versorgt Balkonpflanzen
Gerne besuchen uns auch Schulklassen und Kindergartengruppen.
Mädchen füttern Ziegen

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Und immer ist hier etwas los

Außer rund 40 Kaninchen und ein paar Meerschweinchen tummeln sich einige Katzen und eine kleine Schar Ziegen auf unserem Hof. Sie alle stehen unter dem Protektorat unserer Kinder. Mit unseren drei Töchtern wächst übrigens schon die mindestens sechste Generation Geier hier am Hof heran. Und eigentlich ist es ja ein gutes Zeichen, wenn sich sie sich schon jetzt so für Tiere interessieren; vielleicht übernimmt eines der Mädels den Hof eines Tages?

Mit ihrer Begeisterung haben sie jedenfalls schon etliche andere Kinder angesteckt. Regelmäßig haben wir die Kindergartengruppen und Schulklassen, in denen unsere Töchter gerade sind, bei uns zu Besuch, um den Hof zu besichtigen. Uns macht das Spaß, denn es ist schon etwas Besonderes, wenn wir Kindern unsere Arbeit nahebringen können und dabei sehen, wie es ihnen hier gefällt. Überhaupt sind wir trotz der ruhigen Lage des Hofes gern unter Menschen, und wenn gerade niemand zu uns kommt, gehen wir einfach aus: Während Sigi im Akkordeon-Orchester spielt, blase ich in unserer hiesigen Musikkapelle die Posaune. Außerdem engagiere ich mich ehrenamtlich in der Jagdgenossenschaft.

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