Bioland-Hof Zeh



Bio kam mit unseren Kindern

Die Zufahrt ist steil und beschwerlich, doch von unserem Hof genießt man einen herrlichen Blick in die Ferne.
Zufahrt zum Hof

Unser Hof liegt eingebettet in die typische Allgäuer Landschaft: inmitten sanfter Hügel, umgeben von Wald und vielen grünen Wiesen. Er gehört zu Engelitz, einem Dorf, das sich südöstlich der Stadt Wangen erstreckt und aus einem überschaubaren Dutzend Häuser besteht. Da sich unser Hof direkt am Ortsrand befindet, genießen wir nach Westen freien Blick bis zum Horizont, wo sich mächtig die Bergkette der Voralpen und Alpen – vom Grünten bis zum Säntis – abzeichnet.

Hier betreibe ich, Michael Zeh, zusammen mit meiner Frau Antje seit 2006 ökologische Milchviehhaltung. Schon als wir den Hof 1995 von meinen Eltern Erika und Anton übernommen haben, liebäugelten wir mit der Idee, Öko-Bauern zu werden. Doch dazu hätten wir einen neuen Stall bauen müssen, was eine zu große finanzielle Herausforderung gewesen wäre: Wir hatten uns zu dieser Zeit auf das "Abenteuer Familie" eingelassen. Unser Junior war gerade ein Jahr alt.

Drei Jahre später kam unsere Tochter zur Welt und wie schon bei unserem ersten Kind zeigte uns die Hebamme, dass es auch jenseits des Konventionellen funktionierende Wege gibt. Sie wendete zum Beispiel erfolgreich Homöopathie an. So waren wir durch sie und unsere Kinder für die Bio-Thematik sensibilisiert. Zugleich spürten wir immer stärker, dass es nicht unser Weg war, mehr und mehr Leistung aus Kühen und Land herauszuholen.

Am Ende war's ein Katzensprung

Seit dem Stallneubau weht ein neuer Wind bei uns: Wir haben 2006 auf Öko-Landbau umgestellt.
Betriebsleiter mit Sohn im Stall

Lange haben wir nach einem gangbaren Weg gesucht und nebenher die Tierhaltung Schritt für Schritt umgestellt. Als 2006 endgültig der Stallneubau anstand, fragte Antje wieder einmal: "Wie wär's denn jetzt mit Bio?" Wenn wir schon neu bauen, dann sollte diese Frage doch endlich geklärt sein. Als daraufhin der Berater vom Bioland-Verband kam und uns aufzeigte, dass wir "nur einen Katzensprung von Bio weg" sind, haben wir diesen Sprung natürlich gewagt.

Heute halten wir 35 Milchkühe und 30 Jungtiere, aus denen wir die Herde ergänzen. Da wir auf geschlossene Kreisläufe achten, leben am Hof nur so viele Tiere, wie wir von unseren rund 40 Hektar Fläche auch ernähren können. Ebenso führen wir den Wiesen nur das an Dünger zu, was die Tiere an Mist und Gülle ausscheiden; wir verwenden also weder chemisch-synthetische Dünger noch überlasten wir die Flächen durch zu starke Nährstoffzufuhr.

Geschlossene Betriebskreisläufe sind im Öko-Landbau wichtig: Wir halten nur so viele Tiere wie wir mit unserem eigenen Futter versorgen können.
Betriebsleiter auf Traktor

Im Winter kommen die Rinder im geräumigen Laufstall unter, wo sie viel Bewegungsfreiheit haben. Die warme Jahreszeit verbringen sie natürlich vorwiegend im Freien: Auf den Weiden rund ums Haus suchen sie sich frisches Gras und Kräuter und lassen sich die Sonne aufs Fell scheinen. Die Wiesen, die weiter entfernt liegen, mähen wir und gewinnen so vor allem Heu (so heißt der erste Schnitt) und Öhmd (so heißen der zweite und die folgenden Schnitte). Damit füttern wir die Kühe im Winter. Kleine Mengen Bio-Getreide und Graspellets gibt es ganzjährig zur Stärkung.

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Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Bioland-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BY-006-43967-AD geführt wird.

Weitere Informationen:

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Immer wieder etwas ändern

Wir sind Neuem aufgeschlossen und setzen das Hinzugelernte gerne in die Praxis um.
Betriebsleiter im Büro

Das ist natürlich kein Endzustand, auch wenn wir als Öko-Betrieb erfolgreich arbeiten. Doch Antje und ich sind keine Menschen, die ruhig sitzen bleiben können. Wir liebes es, immer wieder Dinge zu hinterfragen und zu verändern. Zum Beispiel hat Antje einen Homöopathie-Kurs absolviert und kuriert damit oft unsere Rinder. Außerdem geht sie seit 2000 bei einem Automobilzulieferer nebenher arbeiten. Dadurch gewinnt sie etwas Abstand zum Hof, viele neue Eindrücke und einen Blick von außen, der uns beiden gut tut.

Bei mir kommt die Ruhelosigkeit auch ein wenig von der Ausbildung. Denn nach der Schule bin ich nicht direkt an den Hof, sondern absolvierte zunächst eine Lehre als Automechaniker. Doch dieser Beruf war nicht meine Sache und ich habe ihn nur zwei Jahre ausgeübt, bevor ich dann doch daheim eingestiegen bin. Allerdings hat diese Arbeit mir einen neuen Blick auf viele Dinge geöffnet. Vor allem schätze ich meine Freiheit und Unabhängigkeit sehr hoch.

Zum Hof gehören noch drei Hektar Wald, dessen Holz wir zum Bauen und Heizen verwenden. Unsere Stückholzheizung wird von der Solaranlage auf dem Dach unterstützt, indem sie mithilfe der Sonnenkraft das Brauchwasser erwärmt. Ebenso verfügen wir über eine Fotovoltaikanlage, mit der wir Strom erzeugen und ins öffentliche Netz speisen.

Auch viele Einzelbäume und Baumgruppen sowie mehrere große Hecken stehen hier Hof, denn ein monotones Nebeneinander von Wald und Wiese würde uns langweilen. Nicht zuletzt pflegen wir eine Streuwiese, die aufgrund ihrer Feuchtigkeit vielen, auch seltenen Pflanzen und Tieren ein Zuhause bietet. Um diese Artenvielfalt nicht zu gefährden, mähen wir hier nur einmal im Jahr und verzichten auf den Einsatz schwerer Maschinen, auch wenn das viel Handarbeit mit sich bringt.

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Die Arbeit gut organisieren und die freie Zeit nutzen

Nach der Arbeit "tanken" wir gerne in der Natur auf.
Betriebsleiter und Frau auf Motorrädern

Was außerdem den Hof ausmacht, ist ein kleiner Garten, in dem wir Obst und Gemüse anbauen sowie ein Schwimmteich, den wir als Mini-Biotop mit verschiedenen Pflanzen angelegt haben. Auch eine Schar verschiedener Tiere tummelt sich hier: eine Handvoll Hühner, ein paar Mastschweine, einige Puten, ein Hund und eine Katze.

Familie wird bei uns groß geschrieben und so achten wir darauf, dass unsere Tage um 18.30 Uhr enden, damit ein wenig Freizeit bleibt. Am Wochenende gehen wir zum Beispiel gern Skifahren und selbst die Sommerurlaube lassen wir uns nicht nehmen. Ehrenamtlich engagieren wir uns an den verschiedensten Stellen, für mich stehen beispielhaft die freiwillige Feuerwehr, der Gemeinderat, der Elternbeirat der Schule und mein Amt als Bioland-Sprecher vom Westallgäu.

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