Bioland-Hof Bayrhof



Bio-Milch aus dem Kirnachtal

Heinrich Bayrhof (rechts) ist mit der Landwirtschaft aufgewachsen; für ihn ist es sein Traumberuf.
Betriebsleiter mit Sohn im Obstgarten

Landwirt werden wollte ich schon immer. Es ist mein Traumberuf und als ältester Sohn war es mir, Heinrich Bayrhof, sozusagen vorbestimmt, dass ich in die Fußstapfen meiner Eltern treten würde. Nach abgeschlossener Ausbildung trat ich Anfang der 1970er-Jahre die Hofnachfolge an. Schon damals hielten wir Milchvieh. Die Gegend hier ist fast ein reines Grünlandgebiet, deshalb betreiben die meisten Landwirte traditionell Milchviehhaltung.

Unser Hof liegt am südlichen Ortsausgang von Aitrang. Die 2.000-Seelen-Gemeinde gehört zum allgäu-schwäbischen Landkreis Ostallgäu. Zwar reicht der Blick von hier bis zum Grünten, dem markanten Berg am Alpenrand, doch erstreckt sich der Ort im Tal. Das Kirnachtal ist wegen seiner landschaftlichen Schönheit auch über das Allgäu hinaus bekannt: Sanfte Hügel, Wiesen und Wälder, hin und wieder ein Bach wie unsere Kirnach oder romantische Seen wie der Elbsee bestimmen das Bild.

Wie wir zum Öko-Landbau kamen

Wann in mir die Idee wuchs, den Hof ökologisch zu führen, kann ich nicht mehr sagen. Mit der Zeit jedenfalls habe ich Schritt für Schritt extensiviert und irgendwann die Chemie ganz weggelassen. Wir können uns mit vielen Trends und Tendenzen der heute üblichen Landwirtschaft nicht identifizieren, zum Beispiel lehnen wir Gentechnik ab. Meine Familie lebt selbst sehr bio-orientiert. Deshalb kaufen wir am liebsten ökologisch erzeugte Produkte ein. Seit 1991 sind auch wir ein zertifizierter Bioland-Betrieb und produzieren Bio-Milch nach den Richtlinien des Verbandes. Hin und wieder schlachten wir auch eines unserer Rinder und nutzen das köstliche Fleisch. Eine kleine Menge unserer Milch verarbeiten wir zu Joghurt, Quark und Käse für den eigenen Bedarf.

Wir halten um die 70 Tiere: 38 Milchkühe und Jungtiere, mit denen wir die Herde ergänzen. Während die Kühe die warme Jahreszeit auf den Wiesen rund ums Haus verbringen, genießen die Jungtiere die Höhenluft der Berge: zum Teil auf der Kappeler Alp bei Pfronten, zum Teil auf einer Alpe bei Steibis. Die kräuterreichen, unbelasteten Wiesen in diesen Höhen tun ihnen gut.

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Hier leben Kühe artgerecht

Der Laufstall für die Milchkühe ist großzügig angelegt und bietet ausreichend Platz zum Ausruhen und für Bewegung.
Betriebsleiter an Stalltür stehend

Die Herde der Milchkühe bleibt zu Beginn der Weidesaison noch halbtags im Stall, damit die Wiesen im Auslauf nicht zu schnell zertreten werden. In den wärmeren, trockenen Monaten dürfen die Tiere dann ganztags draußen sein. Ihr Stall ist ein geräumiger Laufstall, wo sie nach Belieben Platz zum Fressen, Liegen und Umherlaufen finden. Da fühlen sie sich auch im Winter wohl, wenn sie wegen der Witterung nicht ins Freie können.

Ihr Futter erzeugen wir fast komplett selbst. Auf unseren 29 Hektar Grünfläche wächst das Gras, welches sie im Sommer frisch weiden und das, woraus wir Silage (durch Milchsäuregärung konserviertes Grünfutter) und Cobs (getrocknetes und zu Pellets gepresstes Grünfutter) für den Winter erzeugen. Seit vielen Jahren setze ich Algenkalk ein, weil ich sehe, dass das den Wiesen gut tut. Ich streue es über die Silage, so dass die Kühe es mitfressen. Dadurch bekommen die Tiere eine Extraportion Calcium, und ich gewinne eine Gülle, mit der ich den Boden hervorragend gut düngen kann.

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Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Bioland-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BW-006-40743-A geführt wird.

Weitere Informationen:

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Die Lust auf Landwirtschaft vererbt

Zum Hof gehören auch zwei Hektar Wald. Sein Holz verwenden wir fürs Heizen und Bauen; zum Beispiel haben wir den Stall damit errichtet. Abgesehen vom Wald pflegen wir einige Landschaftselemente, wo Tiere und Pflanzen Unterschlupf und Lebensraum finden. Dazu gehören die Sträucher, Stauden und ein paar Obstbäume am Stall und im Hofraum. In unserem kleinen Bauerngarten ziehen wir Gemüse, Obst und Beeren heran.

Unsere Kinder interessieren sich für die Landwirtschaft und eines von ihnen wird eines Tages den Hof weiterführen.

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