Bioland-Hof Konrad



Die Suche nach gesunden Lebensmitteln

Wir sind seit 2007 Mitglied im Bioland-Verband. Den Anstoß zur Umstellung auf Öko-Landbau gaben unsere Kinder.
Betriebsleiter mit Familie am Tisch auf Terrasse

Unser Hof liegt im Haistergau, einer ruhigen, ländlich geprägten Gegend im Landkreis Ravensburg. In dieser Ecke Baden-Württembergs bestimmen Wald, Felder und Wiesen das Bild der Landschaft. Haisterkich ist der westlichste Teilort von Bad Waldsee und wurde noch vor der Stadt erstmals urkundlich erwähnt. Von seinen über 1.200 Jahren Geschichte hat unsere Familie mindestens ein Viertel miterlebt. Das belegt die Hofchronik.

Meine Frau Monika und ich, Bernhard Konrad, wir haben den Hof von Monikas Eltern übernommen und bestimmen seine Geschicke seit dem Jahr 2000. Dabei ergänzen wir uns vom Wissen her prima: Monika hat eine kaufmännische Ausbildung absolviert und bringt viel wirtschaftliches Denken mit, während ich von Lehre und Fachakademie viele landwirtschaftliche Kenntnisse beisteuere. Als Spezialisten für Überraschungen und Abwechslung haben sich hingegen unsere Kinder einen Namen gemacht.

Die drei waren letztlich auch der Auslöser, der uns zum Umstellen auf den Öko-Landbau bewegt hat. Wir wollen sie gern gesund ernähren und haben uns viel damit beschäftigt, wobei wir immer wieder auf die Problematik der Rückstände in Nahrungsmitteln gestoßen sind. So erwachte in uns der Wunsch, selber auch rückstandsfreie Lebensmittel zu erzeugen. Bis dahin hatten wir unseren Hof mit Milchvieh und Ackerbau auf konventionelle Weise betrieben.

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Hier leben die Kühe artgerecht

Saftiges Gras und würzige Kräuter gibt es für unsere Milchviehherde auf der Weide.
Kühe auf Weide am Hang

Nachdem wir einmal für diese sanften Wege sensibilisiert waren, traten wir 2007 dem Bioland-Verband bei. Von dort erhielten wir weiteres wertvolles Wissen und wurden 2009 als Öko-Betrieb anerkannt. Auch privat stehen wir voll hinter Bio und ernähren uns selbst am liebsten von ökologisch erzeugten Lebensmitteln. Beruflich bedeutet der neue Weg den konsequenten Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenbehandlungs- und Düngemittel.

Außerdem halten wir unsere Rinder artgerecht, das heißt zum Beispiel, dass sie in der warmen Jahreszeit von früh bis abends im Freien auf der Weide die Sonne genießen können. Auch haben sie dort die Gelegenheit, sich ihre Lieblingskräuter zusammenzusuchen. Den Winter verbringen die 45 Milchkühe und ihr Nachwuchs im geräumigen Laufstall, wo sie viel Platz zum Ruhen, Fressen und Umherlaufen haben.

Ein geschlossener Betriebskreislauf ist für uns wichtig: Wir füttern unsere Tiere mit dem, was auf unseren Flächen wächst und ihr Mist dient den Böden als Dünger.
Betriebsleiter und Kleinkind füttern Kühe im Stall

Ihr Futter erzeugen wir durchweg selbst: Unsere 25 Hektar Grünland und 30 Hektar Ackerfläche geben genügend her, dass wir die Tiere gut versorgen können. Im Sommer erhalten sie neben dem frischen Gras der Weide auch Kleegras und Heu. Im Winter füttern wir ihnen Heu, Grassilage (durch Milchsäuregärung konserviertes Gras) und Getreide. Beim Anbau des Futters arbeiten wir mit Fruchtfolgen, was bedeutet, dass die Kulturen einander abwechseln. Das verhindert zum einen ein Auslaugen des Bodens und bewirkt zum anderen, dass Krankheiten und Schädlinge sich nicht so schnell ausbreiten können.

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Wichtig sind Vielfalt und Abwechslung

Mit blühenden Kulturen, wie hier dem Lein, locken wir nützliche Insekten an und beleben die Artenvielfalt in unserer Landschaft.
Betriebsleiter in Feld mit blühendem Lein

Als Hauptpflanzen kultivieren wir Weizen, Dinkel, Erbsen-Hafer-Gemenge und Öllein. Während Weizen zum Beispiel eine relativ anspruchsvolle Kultur ist, die einen nährstoffreichen Boden braucht, lockert Kleegras die Erde auf und führt ihr neuen Stickstoff als natürlichen Dünger zu. Zum Düngen verwenden wir ebenso Mist und Gülle von unseren Rindern. Was zusätzlich die Vielfalt auf den Äckern fördert, sind die Blühstreifen, die wir seit einigen Jahren pflegen. Sie bieten vielen Tieren ein Zuhause und locken so manch nützliches Insekt an.

Zusätzlich pflegen wir auf der Weide einige Bäume und haben 15 hochstämmige Obstbäume verschiedener Sorten gepflanzt. Auch sie beherbergen Insekten, Vögel und andere Tiere.

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Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Bioland-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer DE-BW-006-16089-AD geführt wird.

Weitere Informationen:

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Engagement auch außerhalb unseres Hofes

Öko-Landbau ist unser Weg, selber Lebensmittel von hoher Qualität zu erzeugen.
Frau mit Mädchen neben Rosenstrauch

Nicht zuletzt gibt es am Hof gut einen Hektar Wald, den wir Stück für Stück in einen artenreichen Mischwald umwandeln. Besonders praktisch: Mit seinem Holz bestücken wir unsere Heizung, was uns – zusammen mit einer Solaranlage – erlaubt, ganz ohne Öl auszukommen.

Natürlich hat auch jeder hier am Hof sein Hobby. Mein Schwiegervater bestellt zum Beispiel unseren Feldgarten, wo er unter anderem Kartoffeln, Karotten und Kohl erntet. Meine Frau engagiert sich im Ortschaftsrat für die Ortsentwicklung und ich setze mich im Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) als Kreisvertreter und stellvertretender Kreisvorsitzender für die Belange der Milchbauern ein.

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