Helchenhof



Ein großes Erbe angetreten

Der Helchenhof liegt am nördlichen Bodenseeufer. Ein Team von Mitarbeitern kümmert sich um das Milchvieh und baut Futterpflanzen sowie Gemüse an.
Drei Betriebsleiter auf Weide

Die Mannschaft vom Helchenhof tritt in dicke Fußstapfen. Erst 2012 hat sie den Betrieb von Martin Hahn übernommen, einem Öko-Pionier, der seine Ideen nicht nur umsetzt und vorlebt, sondern auch in die Politik trägt. Und das so nachdrücklich, dass die ihn nicht mehr loslässt. Der Abgeordnete der Grünen engagiert sich seit April 2011 als Mitglied des Landtags von Baden Württemberg und gab deshalb die Zügel des Hofes in junge Hände. Für Anne Bresser, Till Bossert und Benjamin Gosewinkel steht damit zwar eine besondere Herausforderung an, aber sie haben vorher schon jahrelang Verantwortung im Betrieb übernommen.

Arbeitsteilung ist hier gefragt: Während die Männer Gemüse anbauen, versorgt Anne die Milchkühe und erledigt die Büro-Arbeiten. Tills Frau Jhinana kümmert sich um die Kinder – ihre und die der Kollegen – sowie um die Feriengäste, die den Hof gern besuchen. Wer hier Urlaub macht, kann nicht nur ausspannen; es gibt auch jede Menge Landwirtschaft hautnah zu erleben. Der Helchenhof bei Überlingen ist ein für die Region riesiger Öko-Betrieb mit 130 Hektar Fläche und 45 Milchkühen. Schon 1986 hatte Hahn ihn auf biologisch-dynamischen Anbau umgestellt und trat dem Demeter-Verband bei.

Gesundes Gemüse und glückliche Kühe

Auf 55 Hektar wachsen Kartoffeln und Karotten, Kürbis, Bärlauch, Lauch, Zwiebeln und viel anderes Gemüse, ohne je mit Chemie in Berührung zu kommen. Die Böden sind völlig unbehandelt. Lediglich organischer Dünger und Bio-Kompost werden ausgebracht, die für ausreichend Nährstoff in der Erde sorgen, darunter auch Dünger von den hofeigenen Kühen. Auf den geschlossenen Betriebskreislauf sind die Demeter-Bauern stolz. Die Fruchtfolge – Futtergetreide, Grünklee und Gemüse – gibt der Erde alles, was sie für eine gesunde Nährstoffbilanz braucht. Das Unkraut auf den Äckern jätet die Helchenhof-Mannschaft von Hand, außerdem hackt sie den Boden, damit genügend Luft und Stickstoff in die Erde gelangen.

Das Ackerland des Helchenhofs eignet sich ideal, um die verschiedensten Gemüse anzubauen, für dessen gute Qualität die Bodenseeregion bekannt ist.
Mitarbeiter mit Sellerie
Ein Jahr Möhren, im nächsten Futtergetreide oder Klee: Durch wechselnde Fruchtfolgen sorgen die Mitarbeiter für eine gute Nährstoffbilanz des Bodens.
Mitarbeiter mit Möhren
Die Hauptsaison für die Kartoffelernte beginnt im August. Die leckeren Bio-Kartoffeln des Helchenhofs finden regen Absatz in der Region.
Mitarbeiter mit Kartoffeln

Von den übrigen 70 Hektar gewinnen die Öko-Landwirte das Futter für ihre Rinder und Milchkühe: bestes Gras und die verschiedensten Kräuter, ebenfalls alles unbehandelt. Im Sommer genießt die Herde die frische Kost direkt von der Weide, im Winter gibt es Heu (aus dem ersten Schnitt der Wiesen) und Grassilage. Wenn die Tiere dann nicht auf die Wiesen können, kommen sie in einem geräumigen Freilaufstall unter: Der ist eigentlich für 80 Rinder ausgelegt, doch die "Damen-Riege" am Helchenhof beläuft sich auf 45. So bleibt genügend Raum, Licht und Luft für alle. Der Clou: Eine automatische "Kuh-Bürste" bildet den Höhepunkt bei den Rinder-Wellness-Attraktionen.

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Beim Praktikum sehen, wo die Frische herkommt

Auf kurzen Wegen kommt das Helchenhof-Gemüse zu seinen Abnehmern.
Frisch geerntete Möhren

Durch die artgerechte Haltung und das gute Futter geben die Kühe eine Milch von besonders hoher Güte, mit gutem Geschmack und vielen ungesättigten Fettsäuren. Ähnlich verhält es sich beim Gemüse: Der naturnahe Anbau lässt aromareiche, kräftige Pflanzen gedeihen, die nicht voll Wasser, sondern voll ihres ursprünglichen authentischen Geschmacks sind. Dabei sind sie chemisch nicht belastet und bereiten bei der Erzeugung keine Probleme für Boden, Luft und Grundwasser. Durch die kurzen Wege zu Abnehmern und Kunden in der Region kommen diese Bio-Gemüse ohne Verzögerung und Verluste bei Aroma oder Qualität in die Regale, Kühlschränke und Kochtöpfe.

Wer das Geschehen am Helchenhof einmal selbst erleben will, ist herzlich willkommen. Zum Beispiel Schulklassen: Pro Jahr reisen um die zehn Gruppen an um zu lernen, wie die Bio-Landwirtschaft funktioniert. Die Praktika in Wald und Flur sind gefragt: Die Kinder lernen die Natur kennen, berücksichtigen ökologische Aspekte und haben Spaß am gemeinsamen Erleben. Dabei locken auch die ausgedehnten Streuobst-Wiesen, eine Wiesenform, die heute selten ist. Am Helchenhof stehen 100 hochstämmige Obstbäume, die wie alles andere nicht mit chemischen Mitteln behandelt werden. Hier wächst gesundes Obst heran, zugleich entfaltet sich ein artenreicher Lebensraum.

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Öko-Garantie auf die Helchenhof-Erzeugnisse

Eine professionelle Buchhaltung gehört zum Bio-Landbau genauso wie die praktische Arbeit mit Tieren und auf dem Feld.
Betriebsleiterin vor Computer

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch der Helchenhof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Demeter-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der der Betrieb unter der Kontrollnummer DE-BW-022-04963-A geführt wird.

Weitere Informationen:

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