Lojdl's Hofspezialitäten



Zotteltiere und Federvieh

Die Geschichte unseres Hofes lässt sich nicht ohne Bisons erzählen. Sicher, ihr Anblick hier in Pfullendorf nicht weit vom Bodensee ist etwas Ungewöhnliches. Aber ich, Wolfgang Lojdl, habe mir damit einfach einen Traum erfüllt. Schon immer haben mich diese Tiere mit ihrem gutmütigen Wesen fasziniert. Bei den Indianern habe ich mir abgeguckt, wie Bisons gehalten und genutzt werden: Sie verwenden das ganze Tier von den Hörnern bis zu den Klauen! So wollte ich es auch machen. Als ich 1993 genug geträumt hatte, verkaufte ich kurzerhand mein Auto und holte mir dafür die ersten drei Bisons an den Hof. Seither ist die Herde kontinuierlich gewachsen und umfasst heute 24 Muttertiere, einen Stier sowie um die 14 Jungtiere.

Faszination für Bisons: Unsere Herde umfasst über 30 dieser gutmütigen Tiere.
Betriebsleiter auf Weide
Wir führen den Hof meiner Eltern als Vollerwerbsbetrieb weiter.
Puten auf Wiese vor Stall
Unsere Puten haben viel Auslauf im Freien und suchen fleißig nach Essbarem.
Putengruppe

Was für unseren Hof nicht minder wichtig ist, sind die Puten. Lange Zeit haben wir Geflügel gehalten, sahen darin aber kein wirtschaftliches Standbein. Bis 2004: In jenem Jahr konnten wir einen Betrieb in der Nachbarschaft pachten, der eigentlich stillgelegt werden sollte. Hier ziehen wir seither Öko-Küken auf und liefern pro Jahr rund 22.000 an den Handel. Um die 1.000 Puten behalten wir selbst zur Mast. Wir vermarkten sie über unseren Hofladen sowie im Direktverkauf zum Beispiel via Versand. Wir liefern aber ebenso an Händler, die das Fleisch und die Wurst auf Wochenmärkten zum Teil in ganz Deutschland feilbieten.

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Vom Standard-Hof zum Außergewöhnlichen

Eigentlich war unser Hof schon stillgelegt, denn ohne die Möglichkeit zu vergrößern, hätte er mich und meine Familie – meine Ehefrau Ivana und unsere drei Kinder – nicht ernähren können. Wir hatten deshalb sogar vor, nach Tschechien, in die Heimat meiner Frau, zu gehen und uns dort etwas aufzubauen. Als jedoch einige Nachbarn im Dorf aufgehört haben, konnten wir Flächen zupachten und durchstarten. Seit 2009 bedeutet der Hof für uns beide einen Vollerwerb – ein prima Erfolg! Es ist ein schönes Gefühl, das fortsetzen zu können, was meine Eltern hier aufgebaut haben. Auch wenn ihr Hof ganz anders aussah. Es war ein typischer "Von-allem-etwas-Hof" mit Rindern, Schweinen und Geflügel. Mit Bisons oder Öko-Landwirtschaft hätte mein Vater nichts anfangen können.

Mich aber haben die artgerechte Tierhaltung und der sanfte Umgang mit der Natur schon immer interessiert. Von dort zum Öko-Landbau zu wechseln, wäre mir eigentlich nicht in den Sinn gekommen; so selbstverständlich schien mir das alles. Doch unser Öko-Metzger hat mich inspiriert. Seit 2007 wirtschaften wir nach Naturland Richtlinien.

Die Jungputen können sich im Stall mit der weichen Einstreu ausreichend bewegen.
Junge Puten im Stall
Auch unsere Kinder genießen den Umgang mit Tieren und die ländliche Umgebung.
Betriebsleiter mit Kind vor Stall
Ein ungewöhnliches Bild in der Landschaft: robuste Bisons, wo sonst nur Kühe weiden.
Bisons auf der Weide

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Wie die Tiere hier leben

Wir wirtschaften in einem geschlossenen Kreislauf. Der Putenmist kommt als natürlicher Dünger wieder auf die Äcker.
Puten im Freien

Hier in der Gegend gibt es viele ökologisch arbeitende Landwirte. Ich finde, das passt. Süddeutschland ist irgendwie eine besondere Ecke, alles ist kleiner strukturiert, überall gibt es Hecken, Bäume, kleinere Gewässer und viel Abwechslung. Auch landschaftlich – durch die Hügel rundum, die vielen Wiesen und die Berge am Horizont. Oft weiden Kühe im Freien, bei uns jedoch sind es die Bisons. Sie leben wie in freier Natur und verbringen das ganze Jahr draußen. Wer sich dem Hof nähert, sieht natürlich meistens auch die Puten, die ebenso viel Auslauf bekommen.

Wir legen ebenso Wert darauf, dass die Tiere hochwertiges Futter bekommen und erzeugen viel selbst. Die 52 Hektar Land, die wir bewirtschaften, werfen genügend ab: Einen Teil nutzen wir als Grünland, wo die Tiere weiden und wir Heu für den Winter gewinnen. Die restlichen 30 Hektar sind Ackerland; ein ebenfalls ökologisch geführter Partnerbetrieb bebaut sie für uns. Hier gewinnen wir zum Beispiel die Basis für die nahrhaften Grünpellets, mit denen wir die Puten unter anderem füttern. Praktischerweise können wir den Putenmist als natürlichen Dünger wieder auf die Äcker bringen und den Mist der Bisons auf die Wiesen. So schließen wir Kreisläufe am Hof, und unsere Tiere setzen ihr Fleisch auf ganz natürliche Weise an.

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Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Naturland Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Naturland Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer DE-BW-022-01285-ABD geführt wird.

Weitere Informationen:

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Umweltschutz – auch hinterm Stall

Mit unseren Bisons haben wir uns regional, aber auch in der Western-Szene schon einen guten Namen gemacht.
Familie vor Bisonherde

Ein paar besondere Leckerbissen wachsen auf unserer Streuobstwiese heran. Wir nutzen das Obst nicht nur für uns: Die Puten naschen gern und fressen begeistert die heruntergefallenen Früchte. So haben alle etwas davon: Mit dieser Wiese erhalten wir einen geschützten, artenreichen Lebensraum und tun etwas für den Naturschutz – und zugleich reift hier eine Extraportion Vitamine für die Tiere! Außerdem pflegen wir ein Gletscherloch, das sogenannte Totenloch. Auch dieser Lebensraum steht unter Schutz: Ich muss darauf achten, dass er nicht verwaldet. Als weitere Naturelemente haben wir am Hof und auf den Weiden viele Hecken und Baumgruppen angepflanzt und so weiteren Lebensraum für Tiere und Pflanzen geschaffen.

Beheizt wird unser Haus mit Holz. Außerdem erzeugen wir mit einer Fotovoltaikanlage Strom, der ins öffentliche Netz gespeist wird. Bei all der Arbeit rund um den Hof bleibt uns zwar wenig freie Zeit. Aber Kontakt und Gleichgesinnte finden wir immer wieder leicht – vor allem, wenn es um die Bisons geht. Die meisten Kunden kennen wir persönlich, und immer wieder kommen Neugierige vorbei, um sich bei einer Hofführung alles genau erklären zu lassen. Das reicht von Gruppen Erwachsener über Schulklassen bis hin zum örtlichen Kindergarten.

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