Bioland-Hof Herold



Bauer mit Leib und Seele

Wir sind auf Gemüsebau spezialisiert. Die trockenen und feinkrümeligen Böden eignen sich gut für den Zwiebelanbau und andere Sonderkulturen.
Zwiebeln auf dem Acker

Ich bin Michael Herold. Meine Eltern, meine Frau Erika, unsere beiden Kinder und ich leben in Greußenheim, in der Nähe von Würzburg. Die Region wird auch als unterfränkische Wüste bezeichnet, weil es hier, in einer zwischen Spessart und Rhön geschützt liegenden Talsenke, wenig regnet. Ein Großteil der landwirtschaftlichen Fläche Greußenheims wird ökologisch bewirtschaftet.

Eine dichte Bewaldung ringsum trennt unser rund 1.500 Einwohner zählendes Dorf von den zugehörigen Feldern. Ich bewirtschafte 22 Hektar Land im Nebenerwerb. Auf zwei Drittel der Fläche steht Getreide. Außerdem baue ich Zwiebeln, Hokkaido-Kürbis und zwischendurch immer wieder Kleegras und andere Hülsenfrüchte an. Bevor wir auf den ökologischen Landbau umstellten, überlegten wir, die Landwirtschaft ganz aufzugeben. Inzwischen strebe ich an, Vollzeit-Bauer zu werden. Die Bio-Landwirtschaft macht mir viel Freude. Wir haben Glück, dass es in Greußenheim noch sechs weitere Bio-Betriebe gibt, die sich gegenseitig helfen und gemeinsam Vermarktungswege nutzen und erschließen können. Wir sind schon zu 75 Prozent ein Bio-Dorf und stolz auf die Qualität unserer Produkte.

Auf meinen Feldern wachsen zwei unterschiedliche Sorten von Hokkaido-Kürbissen, Red Kuri und Fictor. In Zusammenarbeit mit einem Bioland-Kollegen habe ich mich auf Kürbis- und Zwiebelanbau spezialisiert. Neben üblichen Getreidearten wie Weizen und Roggen, baue ich die alten Verwandten des Weizens Einkorn und Emmer an und gewinne daraus Saatgut. So trage ich zur Vielfalt auf unseren Äckern bei.

Nach dem Absterben der Blätter trocknen die Zwiebeln auf dem Feld. Kurz vor der Ernte - zwischen August und September - bekommen sie dabei ihre goldgelbe Farbe.
Gerodete Zwiebeln
An das Wohnhaus angrenzend befinden sich Lager und Maschinenhalle. Seit 2009 sind wir mit unserem kleinen Familienbetrieb Mitglied bei Bioland.
Wohnhaus mit Nebengebäuden
Wir verfügen über ideal temperierte Lagerräume für unsere Kürbisse. Der Hokkaido-Kürbis ist gesund und dekorativ, die Sorte Fictor monatelang lagerfähig.
Betriebsleiter mit Mutter in Kürbislager

Nach oben

Getreide, Zwiebel & Co.

Die Sorte Red Kuri hat einen fein nussigen Geschmack. Die Schale des zur Familie der Hokkaido gehörenden Kürbis kann mit verzehrt werden. Er wird im Mai gesät und anfangs mit der Handhacke von Unkraut frei gehalten.
Kürbispflanzen

Schon im Herbst des Vorjahres bereiten wir den Boden für die Aussaat vor. Nach der Saat im Frühjahr hacken wir auf dem Kürbisacker zweimal von Hand, zwischen den Zwiebeln sogar dreimal, bis sich die Kulturpflanzen gegen das Unkraut durchsetzen. Zwischen August und Oktober sind wir mit der Ernte beschäftigt, die vor dem ersten Frost abgeschlossen sein soll. Wichtig ist, dass die Ackerfrüchte nicht beschädigt werden, denn dadurch entstehen Eintrittsstellen für Pilze und Bakterien. Sie verkürzen die Lagerfähigkeit.

Mit dem Erntegut gehen dem Boden wichtige Nährstoffe verloren. Damit unsere Felder über die Jahre hinweg dauerhaft fruchtbar sind, führen wir dem Boden daher den Hauptnährstoff Stickstoff zu. Im ökologischen Landbau geschieht dies über den Anbau von Hülsenfrüchten. Nacheinander baue ich zum Beispiel Klee, danach Weizen, dann Zwiebeln und anschließend Dinkel, Gerste oder wieder Klee an. Kürbis und Weizen sind sogenannte abtragende Kulturen: Sie entziehen dem Boden Nährstoffe. Hülsenfrüchte, zu deren Familie auch der Klee gehört, binden hingegen Stickstoff aus der Luft. Sie werden als tragende Früchte bezeichnet. Mit einer vielfältigen Fruchtfolge werden dem Boden also wechselweise Nährstoffe entzogen und wieder zugeführt. Zwiebeln bauen wir beispielsweise nach Getreide oder Kürbis an, weil dann der Boden nur noch wenig Stickstoff enthält. Das ist wichtig, damit die Zwiebeln gut abreifen und nicht zu groß werden.

Auch das Getreide wird im Frühstadium gehackt. Bis zur Ernte hat es dem Boden viele Nährstoffe entzogen, deshalb bauen wir anschließend Klee an.
Getreidefeld
Wir ernähren den Boden, nicht vorrangig die Pflanze. Nach der Zwiebelernte gibt es nichts Schöneres, als in den Sonnenuntergang hinein zum Hof zu fahren.
Sonnenuntergang
Mit Wiesen im Wasserschutzgebiet nehmen wir an Schutzprogrammen teil. Es ist mir wichtig, für meine Kinder die Natur zu erhalten. Deshalb bin ich Bio-Bauer geworden.
Streuobstwiese

Nach oben

Vielfalt schenkt Lebensraum

Die Zwiebel ist eines der gesündesten Gemüse, das es gibt. Auch der Hokkaido enthält viele Vitamine sowie wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente. Auf unseren Feldern wachsen sie ohne den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln und Düngern. Vielleicht haben wir jetzt etwas mehr Unkraut als vor der Umstellung, trotzdem wir viel hacken. Aber dafür ist der Boden feinkrümeliger geworden, seit wir ökologisch wirtschaften. Er ist reich an Regenwürmern und anderen Kleinlebewesen. Dadurch entsteht ein stabiles Gleichgewicht, in dem Schädlinge durch verschiedene Gegenspieler auf natürliche Weise in Schach gehalten werden.

Mit Pflug, Grubber und Egge halte ich den Befall mit Unkraut so gering wie möglich, damit sich Zwiebeln, Kürbisse und Getreide gut entwickeln und wachsen können. Das schnelle Wachstum der Kleepflanzen und ihre tiefen Wurzeln im Boden sorgen dafür, dass sich Disteln und viele andere Unkräuter nicht durchsetzen und anschließend nicht mehr auskeimen. Ich arbeite das Kleegras in die unteren Bodenschichten ein, wo es als natürlicher Dünger fungiert oder gebe es als Tierfutter an Kollegen.

Nach oben

Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Bioland-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer DE-BY-006-44735-A geführt wird.

Zusätzlich sind wir nach dem Qualitätssicherungsstandard GLOBALGAP (ehemals EurepGAP) zertifiziert, der insbesondere die Punkte Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitnehmerschutz berücksichtigt.

Weitere Informationen:

Seite drucken
© 2005-2017   |   bio-mit-gesicht.de   |   Impressum   |   Datenschutz   |   Kontakt zur Initiative   |   Startseite bio-mit-gesicht.de