Demeter-Hof Maier



Gemischtbetrieb im romantischen Franken

Meine Frau Christa baut neben Kürbis auch Kartoffeln "mit Gesicht" an.
Betriebsleiterin bei Kürbisernte

Unser Gemischtbetrieb liegt in Heilsbronn-Weißenbronn im mittelfränkischen Landkreis Ansbach. Hier, in einem waldreichen Tal des Rangau, wird der Öko-Landbau "groß geschrieben": Schätzungsweise 50 Prozent der Flächen in Weißenbronn werden ökologisch bewirtschaftet.

Wir haben zwar kein richtiges "Weinklima" wie am Main, aber hohe Durchschnittstemperaturen; damit ist unsere Region prädestiniert für zum Beispiel Heilkräuter- und Kürbisanbau. Ich, Walter Maier, bewirtschafte rund 120 Hektar, die Betriebe meiner Kinder und meiner Frau Christa sind jeweils rund 20 Hektar groß.

Alle Betriebe zusammen bilden einen Betriebsorganismus mit etwa 30 Hektar Wiesen und 170 Hektar Ackerland, das jeweils zu einem Drittel mit Getreide (Urweizen, Triticale, Hafer), Hackfrüchten - unter anderem Kartoffeln "mit Gesicht" - bzw. Feldfutter und Gemüse bestellt wird, darunter Tomaten, Salat, Sellerie und Möhren. Wir beschäftigen vier bis fünf Mitarbeiter und rund ein Dutzend Saisonkräfte.

Bei der Kartoffelernte helfen unsere Kinder, die eigene Bio-Betriebe haben.
Zwei Männer und eine Frau auf Kartoffelroder
Mit von der Partie ist meine Mutter, die gerne durch die Gewächshäuser spaziert.
Frau blickt aus Gewächshausfenster
Unter Glas bauen wir den ersten Feldsalat des Jahres an.
Arbeiter schneiden Feldsalat im Gewächshaus

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Pionier des Ökologischen Landbaus

Ich bewirtschafte meinen Betrieb bereits seit den siebziger Jahren nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus. Bis zur Umstellung, in der Zeit vor meinem persönlichen Umdenken, hatte ich meinen kleinen Betrieb unter starkem Einsatz von Kraftfuttermitteln, mineralischem Dünger und synthetischen Pflanzenschutzmitteln konventionell bewirtschaftet.

Ich dachte, nur so könne ich ein ausreichendes Einkommen für meine damals junge Familie erwirtschaften. Tatsächlich brachten meine Kühe eine weit über dem Durchschnitt liegende Leistung. Jedoch war die Lebenserwartung der Tiere nicht sehr hoch.

1976 war dann das trockenste Jahr, das ich jemals erlebt habe. Auf meinen Wiesen wuchs kein Gras mehr – bis auf die eine Fläche, auf der ich versäumt hatte, chemisch-synthetischen Stickstoffdünger auszubringen. Das machte mich nachdenklich. Seit 1977 bringe ich auf meinem Grünland überhaupt keine synthetischen Dünger mehr aus, und die Erträge sind dadurch keineswegs geringer. 1978 stellte ich auch die Ackerflächen auf ökologischen Landbau um.

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Betrieb wuchs mit der Nachfrage von Bio-Produkten

1979 plante ich die Aussiedlung des Hofs. Da in den achtziger Jahren leider viele landwirtschaftliche Betriebe in unserer Gegend aufgeben mussten, konnte ich Flächen hinzupachten und meinen Betrieb so vergrößern. Eine angemessene Vermarktung von Bio-Produkten war zunächst nicht möglich. Die Verbraucher verlangten noch nicht nach ökologisch erzeugter Ware.

Als ich Anfang der achtziger Jahre Mitglied im Anbauverband Demeter wurde, ermöglichte die Umstellung weiterer Betriebe in der Umgebung den Beginn einer separaten Bio-Vermarktung. Die Nachfrage nach Bio-Produkten begann zu steigen. Jahrelang lieferte ich beispielsweise Möhren für Babynahrung an die Firma Hipp. Inzwischen bin ich Vorstand der Demeter-Arbeitsgemeinschaft.

Unsere Milchviehherde besteht aus 50 Kühen mit Nachzucht, rund 120 weiblichen Jungtieren. Mein Sohn Hermann hält 60 Merino-Fleischsschafe und meine Frau betreibt den Ammenstall. Bei der Ammenkuhhaltung saugen die Muttertiere nicht nur ihr eigenes Kalb, sondern auch noch ein weiteres bis zum Absetzen im Alter von etwa zehn Monaten. Die Tiere bleiben von der Geburt bis zur Schlachtung auf unserem Hof. Während die weiblichen Tiere als Nachzucht in die Milchviehherde integriert werden, halten wir die Bullen zur Mast; einige laufen mit der Herde mit.

Mit dem Möhrenanbau nahm die Vermarktung von Bio-Produkten ihren Lauf.
Mann mit Möhrenbund
Wie im Urwald: Meine Enkelin freut sich über Rehe, die sich im Herbst auf den Äckern tummeln.
Mädchen neben Sonnenblume
Auf den Dächern der Stallgebäude und Hallen haben wir Photovoltaik- Anlagen installiert.
Rinderauslauf vor Stallgebäude

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Vielfältiger Betriebsorganismus

Wir betreiben einen intensiven Zwischenfruchtanbau, darunter Ackerbohnen, Erbsen, Lupinen, Wicken, Sonnenblumen und Buchweizen (zehn bis zwölf Komponenten). Zwischenfrüchte dienen als Futter- und Gründüngungspflanzen und tragen zugleich zum Boden- und Wasserschutz bei; zudem sind sie „Nektarspender“ für Bienen. Wildtiere nutzen den Bestand gerne als Futter. Dieser Anbau ist sehr aufwändig, bringt aber das Maximum an Bodenaufbau und Bodenfruchtbarkeit.

Saat- und Setzgut kaufen wir nur selten zu. Zum Großteil erfolgt der eigene Nachbau, das heißt wir setzen einen Teil unserer Ernte wieder als Saatgut ein. In einem der kleineren Familienbetriebe vermehren wir die Setzkartoffeln für die anderen Höfe unserer Familie.

Um das Bodenleben, das Wachstum und die Qualität der Pflanzen zu fördern, setzen wir biologisch-dynamische Präparate ein. Je nach Anwendungsgebiet gibt es verschiedene Gruppen von Präparaten: Feld- oder Spritzpräparate (Hornkiesel und Hornmist), Düngerzusatzpräparate (Schafgarben-, Kamillen-, Brennnessel-, Eichenrinde-, Löwenzahn- und Baldrianpräparat), Spezialpräparate wie Schachtelhalm-Kochung und die sogenannten Aschenpräparate zur Unkraut- und Schädlingsbekämpfung.

Mit einer abwechslungsreichen Fruchtfolge, die eine große Produktvielfalt unseres Betriebes ermöglicht, beugen wir dem Verunkrauten und dem vermehrten Auftreten von Krankheiten und Schädlingen vor und tragen zur Verbesserung des Bodenzustandes bei.

Die Bienenhaltung nach Demeter- Richtlinien verlangt einen Naturwabenbau.
Mann vor Bienenkästen
Mein Sohn hält Merino- Schafe, die eine hohe Fleischqualität auszeichnet.
Merino-Lämmer
Bei der Abfindungsbrennerei ist die Steuer bereits abgegolten.
Mann vor Obstbrennanlage

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Kontrolliert und zertifiziert: Unsere Produkte sind garantiert "öko"

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb werden auch unsere Demeter-Höfe mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Demeter-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unsere Betriebe unter der Kontrollnummer D-BY-001-0053-A, D-BY-001-0054-A, D-BY-001-0056-A und D-BY-001-0057-A geführt werden.

Zusätzlich sind wir nach dem Qualitätssicherungsstandard GLOBALGAP (ehemals EurepGAP) zertifiziert, der insbesondere die Punkte Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitnehmerschutz berücksichtigt.

Weitere Informationen:

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Engagement für den Naturschutz

Wir nutzen unsere Flächen nicht nur für die Erzeugung von Lebensmitteln. Viele unserer Felder sind von Hecken umgeben, die wir regelmäßig pflegen. Die Hecken dienen als Windschutz sowie als Bienen- und Insektenweide. Sie tragen zur Regulation des Wasserhaushaltes bei, beugen Erosion vor und bieten zahlreichen Tieren ein Rückzugsgebiet.

Unser Obst stammt teilweise von Streuobstwiesen mit hochstämmigen Gehölzen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Arten und Sorten. Streuobstwiesen gehören heute zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas. Grundsätzlich ersetzen wir gefällte Bäume stets durch neue; auf diese Weise pflanzen wir pro Jahr etwa 50 Obstbäume.

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