Rittergut Wengelsdorf



Das Rittergut Wengelsdorf

Auf dem Rittergut aus dem 16. Jahrhundert wird seit 2000 Öko-Landbau betrieben.
Ansicht Rittergut durch Torbogen

Das Rittergut Wengelsdorf weist eine lange und wechselvolle Geschichte auf. In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts ist es durch Heirat Eigentum der Familie Saenger geworden. Nach dem zweiten Weltkrieg fiel das Rittergut unter die Bodenreform der Deutschen Demokratischen Republik und wurde enteignet.

Danach war es bis 1990 ein "volkseigenes" Gut, das sich vor allem auf dem Gebiet der Merino-Schafzucht der Tradition des früheren Rittergutes verpflichtet sah. Ein Schwerpunkt stellte die Aufzucht von Merino-Zuchtböcken dar.

Die Familie Saenger, die zunächst in den Westen gegangen war, kehrte 1990 zurück und kaufte unter großen Anstrengungen Teile des Rittergutes wieder auf, um die Familientradition fortzusetzen.

Vielseitiger Betrieb im Landkreis Weißenfels

Gemeinsam mit Karsten Dost und meinem Sohn Michael bewirtschafte ich, Dietmar Weniger, das Rittergut auf einem der ackerbaulich vorzüglichsten Standorte Deutschlands. Insgesamt werden von uns 329 Hektar, davon 58 Hektar Wiesen und Weiden, ökologisch und abwechslungsreich bewirtschaftet. Unser Ziel war es von Anfang an, die schweren fruchtbaren Böden durch umweltverträglichen Landbau standortgerecht und ökologisch zu nutzen. Deshalb haben wir den Betrieb 2000 auf ökologischen Landbau umgestellt und sind Mitglied im Anbauverband Naturland.

Unser Betrieb liegt im Tal der Saale im Landkreis Weißenfels. Die Saale ist, wenn sie Weißenfels erreicht, ein stattlicher Fluss. Zahlreiche Burgen und Schlösser säumen auf dem Weg dorthin ihre Ufer. Üppige Wiesen, Felder und Weinberge künden von der Fruchtbarkeit der sie umgebenden Landschaft. Neben Getreide wie Weizen, Hafer und Gerste bauen wir auf unseren Ackerflächen Luzerne und Kleegras als "Gründüngung" und Futter für die Schafe sowie Sommerraps und Zuckerrüben an. Unser Ziel ist eine an den fruchtbaren Standort angepasste und vielfältige Fruchtfolge.

Eine Schafherde von 140 Muttertieren mit Nachzucht beweidet die an der Saale gelegenen grünen Flußauen.

Unser Ziel ist eine an den Standort angepasste und vielfältige Fruchtfolge.
Betriebsleiter auf Traktor beim Hacken
Der größere Reihenabstand ermöglicht eine mechanische Unkrautentfernung.
Getreidereihe
Zuckerrüben sind anspruchsvoll; sie werden eher selten ökologisch angebaut.
Junger Mann neben Hackgerät auf Rübenacker

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Nische im Öko-Landbau: der Zuckerrübenanbau

Auf diesem fruchtbaren Standort war für uns die Einführung des Anbaus in "weiter Reihe" unerlässlich, um das Unkraut in den Griff zu bekommen. Der "Weite-Reihe"-Anbau bedeutet in unserem Fall die Aussaat von Getreidesorten wie Weizen und Gerste - aber auch Sommerraps - in einem Reihenabstand von 30 anstatt 15 Zentimetern wie sonst üblich. So kann während der Vegetationszeit zwischen den Reihen gezielt gehackt werden, um eine Verunkrautung zu vermeiden.

Für den Anbau von Zuckerrüben eignen sich nur steinfreie, tiefgründige mittelschwere bis schwere Böden. Von daher passt die Zuckerrübe vorzüglich auf unseren fruchtbaren trockenen Standort. Die Zuckerrübe hat einen hohen Nährstoffbedarf, den sie aus tieferen Bodenschichten deckt. Leider wird für uns der Arbeitsaufwand hauptsächlich durch die intensive Unkrautregulierung bestimmt. Wir hacken maschinell, ein zusätzliches Hacken per Hand ist jedoch unvermeidlich, um eine späte Verunkrautung möglichst gering zu halten.

Ein natürlicher Ausgleich zwischen anspruchsvollen Pflanzen wie Weizen oder Zuckerrüben und solchen, die Humus und Bodenfruchtbarkeit aufbauen (zum Beispiel Kleegras oder Luzerne) sowie eine gute Standort- und Saatgutwahl ist im ökologischen Landbau besonders wichtig und beugt auch Krankheiten und Schädlingen vor.

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Schafhaltung auf Überschwemmungswiesen

Unsere Schafe beweiden die an der Saale gelegenen grünen Flussauen.
Schafherde in Flussaue

Ein weiteres Standbein unseres Betriebs ist die 140-köpfige Mutterschafherde der Rasse Merino Fleischschaf. Die Schafherde leistet uns wichtige Hilfe, um die am Fuße der Saale gelegenen Grünflächen und Überschwemmungswiesen sinnvoll zu nutzen.

Die Mutterschafe werden den ganzen Sommer über mit ihren Lämmern auf den Wiesen gehalten. Den Winter verbringen unsere Schafe in einem Laufstall mit Auslauf. Die im Januar geborenen Lämmer gehen dann wieder ab Mai mit ihren Müttern auf die frisch ergrünten Wiesen.

 

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Transparente Produktion durch regelmäßige Kontrollen

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Naturland Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Naturland Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-ST-032-35368-A geführt wird.

Weitere Informationen:

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