Bio-Geflügelhof Leuderode



Förderpreis für innovative Leistungen

Hephata ist Bioland- Mitglied und beschäftigt mehr als 200 Menschen mit Behinderungen.
Mitarbeitende sortieren und verpacken Eier

Auf dem Bio-Geflügelhof Leuderode wachsen 1.300 Hennen unter idealen Haltungsbedingungen auf. Den zwei Ställen ist eine Freifläche von 5.600 Quadtratmetern angegliedert. Unter artgerechten Voraussetzungen werden hier hochwertige Bio-Eier "mit Gesicht" erzeugt. Das Futter der Tiere stammt aus eigenem Anbau und von regional ansässigen Bio-Landwirten. In einer nahen Mühle, die speziell Bio-Getreide verarbeitet, wird das Futter auf das Alter der Tiere abgestimmt und individuell zusammengestellt.

In Leuderode arbeiten 15 suchtkranke und 15 psychisch behinderte Menschen. Einrichtungsleiterin ist Martina Bergmann, die Betriebsleitung hat Karl-Heinz Lübeck. Träger der Einrichtung ist der Verein Hephata Hessisches Diakoniezentrum.

Verantwortliches und innovatives Handeln zeigt sich in der Gestaltung der Arbeits-, Wohn- und Lebensbereiche für Menschen mit unterschiedlichen Herausforderungen und Behinderungen - so auch in der Landwirtschaft. Vor diesem Hintergrund traf Hephata bereits zu Beginn der neunziger Jahre die grundlegende Entscheidung den Betrieb ökologisch zu bewirtschaften. Für die vorbildlichen Leistungen in der Vermarktung ökologischer Lebensmittel erhielt Hephata 2008 den 1. Preis des Förderpreises Ökologischer Landbau.

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Landwirtschaft mit Herz und Verstand

Leuderode liegt im Knüllgebirge des Kurhessischen Berglands abseits von Industrie und großen Verkehrsströmen. Die Landschaft ist rau, aber für Viehzucht und Hühnerhaltung gut geeignet. Sie wird geprägt von kleinen Dörfern und Weihern; weitläufige Freiflächen wechseln sich ab mit dichten Wäldern. Diese Region wird seit einigen Jahren vorsichtig vom Tourismus erschlossen und gilt unter Naturfreunden gerade wegen ihrer weitgehenden Ursprünglichkeit als Geheimtipp.

Die landwirtschaftliche Nutzfläche der insgesamt vier Hephata Betriebe beläuft sich auf 258 Hektar, die sich aus Grünland (140 Hektar), Ackerland (104 Hektar) und sonstigen Flächen (zum Beispiel Teichflächen) zusammensetzen. Auf den Ackerflächen wird überwiegend Getreide angebaut, außerdem Eiweißpflanzen, Hackfrüchte und Gemüse. Die Anbaufläche für Tierfutter beträgt rund 20 Hektar.

Unsere Legehennen werden von Hand gefüttert.
Mitarbeiter füttert Hühner

Auf den Hephata Betrieben werden insgesamt rund 1.800 Legehennen, 300 Mastgänse, 1.300 Schweine sowie Mutterkühe und Mastbullen artgerecht gehalten. Das Diakoniezentrum unterhält außerdem acht Fischteiche.

Die Mitarbeitenden sind motiviert, weil sie eine sinnstiftende Tätigkeit ausüben, die ihnen Freude macht. Die leitenden Mitarbeiter des Geflügelhofs Leuderode engagieren sich in vielfältiger Weise - zum Beispiel bei Bioland, im Zweckverband Knüllgebiet oder dem Kellerwaldverein - und kooperieren mit regionalen Bio-Betrieben, Naturschutzgruppen, Schulen, Kindergärten und Universitäten.

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Das "A und O": Die Qualitätssicherung

Jedes Ei wird auf Verunreinigung und Bruch durchleuchtet, sortiert und gestempelt.
Mann bei Eikontrolle

Die Haltung der Hennen, Futteranbau und Futterzusammenstellung orientieren sich an den Verbandsrichtlinien von Bioland und KAT (Kuratorium für artgerechte Tierhaltung). Neben den staatlichen Lebensmittelkontrollen garantiert die Anwendung eines Hygiene-Eigenkontrollsystems (HACCP) zusätzlich die hohe Qualität der Bio-Eier des Geflügelhofs Leuderode.

Dem Geflügelhof ist eine Eierpackanlage mit einer Kapazität von bis zu acht Millionen Eiern im Jahr angegliedert. Der Abpackbetrieb in Leuderode war einer der ersten Betriebe in Deutschland überhaupt, der im Rahmen des ökologischen Landbaus nach dem internationalen Lebensmittelstandard IFS (International Food Standard) zertifiziert wurde.

Der Einsatz eines eigenen Dokumentationssystems zur Rück- und Nachvollziehbarkeit macht eine chargengenaue Abrechnung nach Sortierergebnis möglich. Dieses Konzept wird unterstützt durch ständige eigene Laboruntersuchungen und weitere Vorkehrungen zur Sicherung des Qualitätsstandards.

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Bio-Produkte sind garantiert "öko"

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird unser Bio-Geflügelhof in Leuderode mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-HE-012-9312-ABD geführt wird.

Zusätzlich ist unser Bio-Geflügelhof durch das KAT (Kuratorium für artgerechte Tierhaltung) zertifiziert.

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Vielfalt und Regionalität bei Hephata

Seit Jahrzehnten bilden die Landwirtschafts- und Verarbeitungsbetriebe von Hephata in Hessen ein Beschäftigungs- und Arbeitsfeld im ökologischen Landbau für Menschen mit unterschiedlichen Herausforderungen und Behinderungen. Dies sind inzwischen mehr als 200 Mitarbeiter; hinzu kommen 30 Fachkräfte. Das Unternehmen ist seit 1992 Mitglied beim Anbauverband Bioland.

Neben der engen Verzahnung von Landwirtschaft, Verarbeitung und Vermarktung sowie Naturschutzmaßnahmen prägt auch die synergetische Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen das Denken und Handeln der verantwortlichen Akteure bei Hephata. Dabei wird die Regionalität stets in den Vordergrund gestellt. Die Entscheidungen im Diakoniezentrum markieren in den strukturschwachen Regionen Knüll, Kellerwald und Vogelsberg neue Ideen und Wege. Nur einige davon sind die Mitbegründung von Erzeugergemeinschaften, die Pflege von Biotopen und die Entwicklung von Eigenmarken wie "Alsfelder Biofleisch" und "Hephata Biogut".

Die gesellschaftlichen Wohlfahrtseffekte eines artgerechten und ökologisch verträglichen Umgangs mit Flora und Fauna spiegeln sich in vielfältiger Form wider. So wurden in Leuderode zum Beispiel Naturschutzmaßnahmen wie die Renaturierung von Bachverläufen und - in Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländlichen Raum in Fritzlar - Biotopvernetzungen im Rahmen des regionalen Landschaftspflegekonzepts und hinsichtlich des Vogelschutzgebietes Knüll vorgenommen.

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