Naturland Hof Derleder



Zwischen Stall und Zimmerei

Seit dem Jahr 2000 sind wir Naturland Mitglied.
Blick auf Hof

Unser Hof steht in Degerndorf, einem netten Ort mit 600 Einwohnern, der zur Gemeinde Münsing im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gehört. Hier, im bayerischen Voralpenland zwischen Loisachtal und Starnberger See, ist die Landschaft hügelig und sehr vielseitig, weil Wiesen, Seen und Wald einander abwechseln.

Obwohl wir auf 680 Metern nicht ganz so hoch liegen, ist das Klima relativ rau. Die vielen Niederschläge bewirken, dass die Landwirte sich vorwiegend der Viehhaltung widmen. Auch die Bodenbeschaffenheit ist ein Grund dafür: Die Böden sind schwer und haben einen hohen Lehmanteil, weshalb nur vereinzelt Ackerbau möglich ist.

So setze auch ich, Ludwig Derleder, in erster Linie auf die Haltung und Zucht von Rindern. Ein besonderes Standbein ist für uns die ökologische Mutterkuhhaltung. Bei allen Arbeiten habe ich die tatkräftige Unterstützung meiner Ehefrau Maria. Sie arbeitet in Vollzeit am Hof, während ich an drei Tagen pro Woche außerhalb in einer Zimmerei beim Bau von Holzhäusern zupacke.

Maria arbeitet in Vollzeit am Hof.
Frau mit Hühnerschar
Eine bunte Tierschar bevölkert unseren Hof.
Betriebsleiterehepaar mit Esel und Pferd

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Vom Bauchgefühl zum Öko-Betrieb

Unser Hof wurde bis 1999 im Vollerwerb als Milchviehbetrieb geführt, dann entschlossen wir uns aufgrund unserer Betriebsgröße, auf Mutterkuhhaltung umzustellen und das Betriebseinkommen auf mehrere Säulen zu stellen. Von anfangs fünf Muttertieren haben wir mittlerweile auf 20 erhöht; zusammen mit den Kälbern und dem Stier sind es rund 50 Tiere.

Schon lange vor der Umstellung auf die ökologische Landwirtschaft haben wir den Hof umweltfreundlich bewirtschaftet und auf artgerechte Tierhaltung geachtet. Bereits seit 1996 betreiben wir extensive, also weitflächige Landwirtschaft mit geringem Eingriff in die Natur. Gern hätten wir auch schon früher umgestellt, denn eine nachhaltige Wirtschaftsweise im Einklang mit der Natur ist uns sehr wichtig. Doch hatten wir anfangs keine Abnehmer für unser Rindfleisch und haben deshalb mit der Umstellung gewartet. Im Jahr 2000 sind wir dem Naturland Verband beigetreten, womit auch die Vermarktung erfolgreich anlief.

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Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Naturland Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Naturland Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer D-BY-005-02428-A geführt wird.

Weitere Informationen:

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So fühlen sich die Rinder wohl

Auf der Weide stellen sich die Rinder ihren "Speiseplan" aus Gras und Kräutern selber zusammen.
Betriebsleiter mit Rinderherde

Von unseren rund 25 Hektar Grünland können wir die Tiere selbst versorgen. Den Sommer verbringen sie ohnehin auf der Weide im Freien, wo sie Gras und Kräuter finden. Im Winter füttern wir Heu (aus dem ersten Schnitt der Wiesen) und Grummet (aus dem zweiten und den weiteren Schnitten), ebenso Silage und Grascobs. Dieses warmluftgetrocknete Gras, das zu Cobs gepresst wird, ist sehr nährstoffreich. Deshalb setze ich es gern als Mastfuttermittel ein.

Der Stall ist ein Laufstall mit Kälberschlupf. An einer Seite steht er offen, so dass die Tiere immer Zugang haben und kein allzu großer Klimaunterschied zwischen drinnen und draußen herrscht. Nur im Sommer, da gehen die Tiere bei Hitze oft in den kühleren Stall – wenn sie nicht gerade Zuflucht in unserer breiten, 50 Jahre alten Hecke gefunden haben.

Da Maria sich gut mit Homöopathie für Tiere auskennt und entsprechende Fachkurse absolviert hat, kann sie im Stall vieles ohne den Einsatz konventioneller Medikamente richten.

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Bei uns am Hof einkaufen

Aus unserem Holzbackofen kommen knusprig frisch: Vollkornbrot, Ciabatta oder Hefezopf.
Frau hebt frischgebackenes Brot aus dem Holzofen

Eine große Leidenschaft von uns ist das Brotbacken, und so bauen wir auch ein wenig Getreide selbst an. Wir haben einen Backraum eingerichtet und mit Knetmaschine und Holzbackofen ausgestattet. So können wir Nachbarn und Gäste zweimal in der Woche mit verschiedenen Sorten frischem Brot versorgen.

Um die Direktvermarktung kümmert sich vor allem Maria, denn beim Brot ist noch nicht Schluss: Wir verkaufen frische Eier von unseren knapp 100 Hühnern, nach Vereinbarung gibt es Rindfleisch und Wurst sowie Geflügel (Suppenhühner) und Getreide. Das Angebot ist deshalb so breit, weil wir selbst am liebsten das essen, was wir in eigener Arbeit erzeugt haben.

Natürlich gibt es nicht nur Nutztiere am Hof. Unsere Enten, Katzen, zwei Esel und der Haflinger sind für unsere Feriengäste eine große Attraktion und die Lieblinge unserer drei Töchter. Ihnen macht das Hofleben übrigens großen Spaß, und oft helfen sie uns. Die Älteste besitzt sogar schon den Traktorführerschein.

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Ehrenamt – fordernd und spannend

Meine freie Zeit widme ich der freiwilligen Feuerwehr im Ort.
Betriebsleiter in Feuerwehranzug

Während unsere Kinder ihre freie Zeit gern am Hof verbringen, kehre ich ihm nach Feierabend öfter einmal den Rücken zu. Seit langem engagiere ich mich in der Freiwilligen Feuerwehr Degerndorf und stehe ihr seit 2005 als 1. Kommandant vor. Diese vielseitige Aufgabe macht mir Spaß, sie reicht von der Jugendarbeit und der Ausbildung des Feuerwehrnachwuchses über die Koordinierung der Einsätze bis zur Verantwortung für unser Einsatzfahrzeug und die kontinuierliche Weiterbildung aller 40 aktiven Kollegen.

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