Betriebs-Porträt

Biohof Ramnick

Bioland-Hof Ramnick
Pierre Ramnick
Aussiedlerhof 1
97259 Greußenheim

09369 980450
09369 982021

Sehen wo's herkommt

Mein Weg zum Öko-Landbau

Ich bin Pierre Ramnick, Landwirt aus Leidenschaft und Überzeugung. Zusammen mit meinem Vater Norbert Ramnick baue ich auf etwa 300 Hektar Ackerland verschiedene Getreidearten sowie Kartoffeln und mehrjähriges Kleegras an, außerdem Ackerbohnen, Sonnenblumen und andere Kulturen. Zu unserem Betrieb gehört auch eine Mutterkuhherde.

Anfang der 1990er-Jahre habe ich mir verstärkt Gedanken zu unserem Naturverständnis und der konventionellen Landwirtschaft gemacht. Mit unserem für hiesige Verhältnisse recht stattlichen Betrieb bezog ich regelmäßig größere Mengen an chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln sowie Düngemittel und brachte sie auf den Feldern aus. Das hatte gesundheitliche Auswirkungen, ich litt häufig unter Kopfschmerzen. Kaum dass unsere Kinder damals laufen konnten, mussten wir ihren Entdeckergeist stark einschränken und schwer zu vermittelnde Verbote aussprechen, um sie vor diesen unsichtbaren Gefahren in Getreidefeld und Kornkammer zu schützen. Bei einigen meiner Kollegen ringsum funktionierte das anders: Sie wirtschafteten bereits ökologisch. In 1994 stellten mein Vater und ich den Hof auf Öko-Landbau nach Bioland-Richtlinien um.

Abseits der Hauptverkehrsstraßen liegt Greußenheim in einem idyllischen Tal nahe der unterfränkischen Großstadt Würzburg. Mittlerweile haben wir hier sieben Öko-Betriebe. Das bedeutet, dass rund 1.200 der 1.700 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche die Geußenheimer Betriebe ökologisch bewirtschaften. Mit regenerativen Energieformen in öffentlichen Gebäuden bekennt sich unsere Gemeinde zu einer nachhaltigen Wirtschaft. In einem großen Wasserschutzgebiet, das die eigene Wasserversorgung sicherstellt, liegt ein Teil unserer Grünlandflächen.

Nährstoffe für unser Getreide

Die Fruchtfolge beschreibt die Reihenfolge der Nutzpflanzenarten, die im Ablauf der Vegetationsperiode und der Jahre angebaut werden. Der Anbau unterschiedlicher Pflanzen führt zu einem differenzierten Auf- und Abbau der im Boden enthaltenen Nähr- und Mineralstoffe. Vielfältige Systeme zeigen sich dabei deutlich stabiler als einseitige.

Stickstoff, der wichtigste Nährstoff für Bodenfruchtbarkeit und Pflanzenwachstum, wird über den Anbau von Leguminosen (Hülsenfrüchte) in den Boden gebracht. Leguminosen können mithilfe von Knöllchenbakterien in ihren Wurzeln Luftstickstoff binden und so der wachsenden Kultur einen Großteil des benötigten Stickstoffs zur Verfügung stellen. Pflanzen- und Wurzelreste hinterlassen zum Teil hohe Stickstoffmengen. Die Gründüngung, das Einarbeiten von grünen Pflanzen oder welkem Pflanzenmaterial (zum Beispiel Ernterückstände und Stroh) in den Boden, dient ebenso der Nährstoffversorgung der Kulturpflanzen. Im sogenannten Zwischenfruchtanbau werden die Pflanzen extra für diesen Zweck ausgesät.

Als innovativer Bio-Betrieb haben wir mit der Anschaffung einer acht Meter breiten Sämaschine und eines ebenso breiten Hackgeräts mit Kameralenkung in moderne Technik investiert. Beim Getreideanbau (Weizen, Roggen, Dinkel und Gerste) wenden wir das Weite-Reihe-Verfahren an, bei dem die Pflanzen in einem Reihenabstand von 30 Zentimetern ausgesät werden. Die gesamte Ackerfläche hacken wir mechanisch; so wird der Boden gut durchlüftet und der Wasserhaushalt des Bodens positiv beeinflusst. Dabei verteilt sich der im Boden begrenzt vorhandene Stickstoff auf weniger, einen dafür aber qualitativ höherwertigen Ertrag.

Der Kreislaufgedanke

Ich wirtschafte ökologisch, weil es mir Spaß macht. Gleichzeitig stellt insbesondere der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und leicht lösliche Düngemittel eine Herausforderung dar. Dieser Aufgabe begegne ich als Bio-Bauer mit dem Anbau von Leguminosen wie Ackerbohnen oder Kleegras. Sie garantieren dem Boden eine Grundversorgung mit Nährstoffen. Außerdem spielt bei uns auf dem Hof die Mutterkuhhaltung eine wichtige Rolle: Sie schließt den Betriebskreislauf.

Die Herde der Rasse Deutsch Angus hat das ganze Jahr hindurch Weidegang, wobei die Tiere bei schlechtem Wetter Schutz in Unterständen finden. Ihren Dung kompostieren wir oder bringen ihn direkt auf unsere Betriebsflächen aus, wo die Inhaltsstoffe den Kulturpflanzen zusätzlich als Nährstoffquelle dienen. Das Grünland unseres Betriebes wiederum nutzen wir als Futterfläche für die Mutterkühe. So entsteht ein Kreislauf von Tier, Pflanze und Boden, der die natürliche Bodenfruchtbarkeit erhält, ohne dass chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verwendet werden.

Meine Vision für den ökologischen Landbau in Greußenheim ist, dass wir es schaffen, die landwirtschaftliche Fläche zu 100 Prozent ökologisch zu bewirtschaften. "Bio mit Gesicht" trägt dazu bei, dass dem Verbraucher der ökologische Landbau nähergebracht wird.

Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Bioland-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer DE-BY-006-43368-A geführt wird.

Außerdem sind wir nach dem Qualitätssicherungsstandard GLOBALGAP (ehemals EurepGAP) zertifiziert, der insbesondere die Punkte Lebensmittelsicherheit, Umwelt- und Arbeitnehmerschutz berücksichtigt.

Weitere Informationen:

Website des Bioland-Verbandes

Bio-Kartoffeln "mit Gesicht"

Auf unserem Hof bauen wir Getreide und Kartoffeln nach ökologischen Richtlinien an und halten eine Mutterkuhherde.

Unsere Bio-Kartoffeln "mit Gesicht" finden Sie in den tegut...-Filialen in Hessen, Thüringen, Bayern und Niedersachsen.

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