Betriebs-Porträt

Bioland-Hof Gradl

Bioland-Hof Gradl
Markus Gradl
Dachauer Straße 26
82275 Emmering

08141 41568
08141 387331

Der Bioland-Hof Gradl liefert Holunderbeeren und -blüten, die zu Saft und Sirup verarbeitet werden.

Sehen wo's herkommt

Empfindliche Blüten, gesunde Beeren

Anfang Juni kann man in Emmering im Landkreis Fürstenfeldbruck komplett gelb eingestäubte Menschen bei der Arbeit beobachten. Es ist Erntezeit für Holunderblüten – und auf der Plantage von Markus Gradl herrscht Hochbetrieb. Allerdings nur, wenn das Wetter mitspielt: „Es muss trocken sein, damit wir die Blüten ernten können“, erklärt Markus Gradl. Zwei Tage lang sollte es nicht geregnet haben, ansonsten sind die Blüten nass und fangen schnell an zu verderben. Ohnehin sind Holunderblüten äußerst empfindlich: „Sie müssen kühl gelagert und am selben Tag weiterverarbeitet werden“, sagt Gradl. Denn in den Erntekisten entsteht trotz der Luftlöcher schnell eine intensive Wärme, die die Blüten gären lässt. Und das will man vermeiden. Schließlich soll das kostbare Gut zu hochwertigem, wohlschmeckendem Holunderblütensirup verarbeitet werden, der als VonHier-Produkt in den Regalen der Feneberg- und Kaufmarkt-Filialen landet.

Vom Getreide zum Holunder

Dass Markus Gradl heute Holunder anbaut, war eine wohlüberlegte Entscheidung. 2010 übernahm er den landwirtschaftlichen Betrieb seines Vaters Jakob Gradl, der bis dahin im Nebenerwerb Getreide anbaute. „Aber ich konnte mit Getreide nichts anfangen, weil ich darauf allergisch reagiere“, erinnert sich Markus Gradl. „Also haben wir gemeinsam überlegt, was wir aus unserem Acker machen könnten.“ Der Senior liebäugelte zunächst mit Kürbissen, aber letztlich machte doch der Holunder das Rennen. „Wir wollten ganz bewusst auf das Alte setzten – zurück zum Ursprung war unsere Devise“, erklärt Gradl. Die beiden Männer pflanzten also 1200 Pflänzchen, legten Kleegras in den Gassen an und informierten sich über das Internet, Bücher und bei Kollegen über den Holunderanbau. Und es funktionierte gut: „Nach zwei Jahren haben wir schon 700 Kilo Beeren geerntet“, erinnert sich Gradl. Heute werden auf der Plantage in Emmering jedes Jahr 12 bis 15 Tonnen Holunderbeeren und bis zu 1,5 Tonnen Blüten geerntet.

Fräsen, Schneiden, Häckseln, Ernten

Obwohl der Holunder eine robuste und recht genügsame Pflanze sei, dürfe man den Arbeitsaufwand nicht unterschätzen, betonen Jakob und Markus Gradl. Zur Erntezeit helfen die Familie und Freunde tatkräftig mit, aber auch dazwischen gibt es jede Menge zu tun. Mit einer Fräse wird der Boden zwischen den Reihen bearbeitet – und das alle sechs bis acht Wochen. Sechs Mal pro Jahr steht Mulchen und Fräsen auf dem Programm. Nach der Beerenernte kommt der Zuschnitt. Die Äste, an denen die Beeren hingen, müssen entfernt werden. „Das ist eine schwere Arbeit. Die Äste werden von Hand rausgesägt. Da sind wir tagtäglich drei Wochen lang beschäftigt“, erklärt Markus Gradl. Anschließend wir das Holz gehäckselt. Und auch die Ernte selbst – vor allem der Beeren – ist harte Handarbeit. „Das Problem ist, dass die Beeren nicht gleichmäßig reifen“, sagt der gelernte Elektriker und nun Nebenerwerbs-Landwirt. So müsse man bis zu drei Mal ausrücken, bis alle Sträucher abgeerntet sind.

Falken helfen bei der Schädlingsbekämpfung

Künstlicher Dünger und Pflanzenschutzmittel sind in der Bio-Plantage selbstverständlich tabu. Eine Gefahr für den Holunder stellt die Kirschessigfliege dar – die aber bisher glücklicherweise die Plantage verschont hat, wie Gradl berichtet. Ein weiterer großer beziehungsweise kleiner Feind des Holunders sind Wühl- und Feldmäuse. Hier hat Familie Gradl natürliche Helfer: Ein Falkenpaar wohnt an der Plantage und sorgt dafür, dass die Nager nicht überhand nehmen. Ein weiterer Faktor, der dem Holunder das Leben schwer machen kann, ist extremes Wetter. Zu trocken mag er es nicht, aber Staunässe verträgt er ebenfalls nicht gut. Doch auch dafür haben die Gradls gut vorgesorgt. Eine Bewässerungsanlage sorgt für genügend Feuchtigkeit in Sommer und Staunässe wird dadurch vermeiden, dass unter der Humusschicht ein Kiesboden steckt, durch den überschüssiges Wasser ablaufen kann. Bereut hat es Markus Gradl nie, dass er sich damals für den Holunder entschieden hat. Heute gehören ihm gut 2000 Sträucher. Ihm gefallen die Produkte, die aus seinen Pflanzen hergestellt werden: „Holunderbeeren sind sehr reich an Vitamin C. Ich trinke jeden Tag ein Stamperl“, erzählt er schmunzelnd. Und der Holunderblütensirup erfreut sich sowieso bei Groß und Klein großer Beliebtheit, nicht erst seit der Cocktail „Hugo“ zum Trendgetränk wurde.

Garantiert ökologisch erzeugte Produkte

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Bioland-Hof mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Bioland-Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der unser Betrieb unter der Kontrollnummer DE-BY-006-43650-AB geführt wird.

Weitere Informationen:

Website des Bioland-Verbandes

Bio vor Ort